Aarau
Die Ferien sind vorbei: Die Pendler drängen sich wieder auf Gleis 4

Vor allem an den vielen Schülern und Studenten ist am Bahnhof Aarau zu erkennen, dass die Ferien vorbei sind. Eine Umfrage zeigt, dass nur die Schulen eine richtige Sommerpause kennen.

Thomas Bucher
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Die grossen Ferien sind vorbei – das Gewühl am Aarauer Bahnhof ist wieder gross.

Die grossen Ferien sind vorbei – das Gewühl am Aarauer Bahnhof ist wieder gross.

Gedrängeauf Gleis 4 um 7.42 Uhr: Kaum hat die S-Bahn ihre Endstation Aarau erreicht und ihre Türen unter Hydraulik-Getöse geöffnet, stürzen sich die ersten Fahrgäste in das Zugsinnere. Die aussteigenden Pendler stören sich kaum daran, dass man sie nicht zuerst aussteigen lässt: Sie sind die Hektik gewohnt und scheinen dies stillschweigend zu dulden.

Vor allem an den Massen von Schülern, Studenten und Lernenden ist zu erkennen, dass die Schulferien vorbei sind. Während im Kanton Zürich die erste Schulwoche angebrochen ist, hat im Kanton Aargau das Schuljahr und damit der grosse Pendlerstrom schon die Woche zuvor begonnen – wie immer am zweiten Montag im August. Doch wie die Umfrage zum Wiedereinstieg in den Alltag nach den Sommerferien zeigt, scheinen nur die Schulen eine richtige Sommerpause zu kennen.

Thomas Hüsler, 32, Basel Ich habe im Sommer durchgearbeitet. Ich nehme meine Ferien dann, wenn ich sie brauche, und versuche, sie übers Jahr zu verteilen.
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Simon Michler, 31, Olten Ich hatte noch keine Sommerferien. Ich bin Arzt und kenne aufgrund des Schichtbetriebs keine fixen Ferien. Aber mein Beruf verlangt auch bezüglich der Ferien Flexibilität.
Ruth Wehrli, 66, Muhen Ich bin noch halbwegs im Berufsleben und habe mein Leben lang immer gearbeitet. Das Wiedereinleben nach den Ferien fällt mir daher nie schwer. Ferien hatte ich noch keine.
Rolf Dietrich, 57, Aarau Ich habe eine Woche Ferien zu Hause verbracht. Wir unternahmen einige Tagesausflüge in der Schweiz. Ich mag es nicht, im Sommer in die Ferien zu fahren. Ich finde es angenehmer im Herbst.
Ingeborg Reichert, 81, Unterentfelden Als Besitzerin eines GA bin ich fast täglich unterwegs. Ich reise selten während den Stosszeiten, nur einmal pro Woche, wenn ich für die Enkelkinder koche.
Alice Liebhauser, 35, Aarau Ich verbrachte vier Wochen Ferien zu Hause. So lange von der Arbeit weg zu sein, ist für mich kein Problem. Als Raumpflegerin in einem Schulhaus muss ich meine Ferien während der schulfreien Zeit beziehen.
Andrea Stöcklin, 24, Aarau Ich hatte fünf Wochen Sommerferien und freute mich riesig auf den Schulbeginn. Ich bin Lehrerin. Ich fahre mit dem Velo zur Schule, bin aber privat viel unterwegs.
Andrea Jau, 22, Erlinsbach Ich habe noch Semesterferien. Sonst pendle ich von Aarau nach Bern zur Uni. Ich war eineinhalb Wochen in den Ferien im Tessin, danach hatte ich Prüfungen.

Thomas Hüsler, 32, Basel Ich habe im Sommer durchgearbeitet. Ich nehme meine Ferien dann, wenn ich sie brauche, und versuche, sie übers Jahr zu verteilen.

Thomas Bucher

Vier Wochen Sommerferien, ab ans Meer oder in die Berge – dieses Szenario gilt für viele Pendler nicht. Die Mehrheit der am Bahnhof Aarau Befragten machte Ferien zu Hause oder kommt erst noch in den Genuss von ein paar arbeitsfreien Tagen. Und nicht jedermann kann seine Ferien nach Lust und Laune planen, sondern muss sich etwa den Gegebenheiten der eigenen Arbeitssituation fügen. Das kommt einigen gar gelegen: So arrangieren sich die Befragten und verlegen ihre Ferien auf die kühlere und ruhigere Nebensaison.

Es ist 8.10 Uhr. Die Züge aus Bern, Olten und dem Limmattal füllen die Bahnhofshalle noch ein letztes Mal. Einige Schülerinnen eilen Richtung Kantonsschule, um pünktlich zur zweiten Schulstunde zu erscheinen. Um 8.30 Uhr überlassen die Pendler den Bahnhof Aarau wieder weitgehend seinem Schicksal.

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