Dulliken
Die ersten Gäste im Franziskushaus sind da

53 Studierende aus Vietnam starten ihren dreiwöchige Weiterbildung an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Dem Gastland wurde vom Direktor eine grosse Zukunft vorhergesagt. Die Vietnamesen ihrerseits fühlten sich geehrt.

Beat Wyttenbach (Text und Fotos)
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Die Referenten beim Empfang waren (von links): Nguyen The Phiet, Do Kieu Ngan und Ruedi Nützi.

Die Referenten beim Empfang waren (von links): Nguyen The Phiet, Do Kieu Ngan und Ruedi Nützi.

Am Samstagnachmittag wurden 53 Studierende in der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Olten für ihren dreiwöchigen Weiterbildungslehrgang empfangen. Der Anlass hätte eigentlich im Franziskushaus in Dulliken über die Bühne gehen sollen, jedoch habe, wie aus dem Umfeld der FHNW zu erfahren war, der Empfang kurzfristig aus logistischen Gründen nach Olten verschoben werden müssen.

Land mit grosser Tradition

In seiner Begrüssungsrede hielt Ruedi Nützi, Direktor der FHNW, in Olten fest, dass Vietnam ein Land sei, das reich sei an Geschichte, tief verwurzelt in einer grossen Tradition, aber voller Dynamik und ausgestattet mit einem grossen Potenzial, um eine glorreiche Zukunft zu entwickeln.

In der Schweiz sei man beeindruckt von den Fortschritten, die das Land in den letzten zwei Jahrzehnten gemacht habe. Er hoffe, dass die jungen Menschen genügend Gelegenheit erhielten, um die Schweiz kennenzulernen während dieser drei Wochen. Und er unterstrich, dass sie die Ersten seien, die nun neu im Franziskushaus wohnen würden.

Nguyen The Phiet, der neue vietnamesische Botschafter in der Schweiz – er ist erst seit einem Monat hier – unterstrich, dass der Empfang in Olten sein erster Arbeitsbesuch im Zusammenhang mit einer schweizerischen Hochschule sei. Er erzählte, wie schwer es für sein Land gewesen sei, sich nach dem Vietnam-Krieg, der 1975 zu Ende ging, wieder hochzurappeln.

Verschuldung abbauen

Aber es habe die hohe Verschuldung abbauen und ein bescheidenes Pro-Kopf-Einkommen generieren können. Dies sei nur dank der Hilfe von Ländern wie der Schweiz möglich gewesen. Und jene Kaderleute, die sich in der Schweiz weitergebildet hätten, hätten sich, zurück in der Heimat, sehr gut im Finanz- und Bankenwesen entwickelt. Er empfahl, nicht nur die Studien zu vertiefen, sondern auch die Schweiz als Land kennenzulernen, «Viele Leute stufen die Schweiz als Paradies ein. Ich denke, das ist nicht übertrieben», so der Botschafter. Er hoffe, dass die Zusammenarbeit zwischen der FHNW und seinem Land weitergehe.

Die Studentin Do Kieu Ngan, die im Namen aller 53 Kommilitonen sprach, bekannte, es sei für sie eine grosse Ehre, die Schweiz kennenzulernen. Vietnam sei ein Entwicklungsland mit vielen Weiterbildungsprogrammen. Der Grund, weshalb sie gerade die Schweiz ausgewählt hätten, liege im ausgezeichneten Ruf des Landes und in der Praxisbezogenheit der Weiterbildungskurse begründet.

«Das Programm soll bewirken, dass wir anderen Kaderleuten in unserem Land helfen können, eine bessere Karriere zu starten. Es ist eine grosse Chance für uns, um dazuzulernen. Wir sind alle glücklich und zufrieden, hier sein zu können», so die Studentin.

Nach dem gegenseitigen Austausch von Geschenken blieb noch genug Zeit, um sich beim gemeinsamen Nachtessen näher kennenzulernen.