Kommentar

Die Demokratie blüht im Lokalen

Der Oberentfelder Gemeindeamman Markus Bircher nimmt die 1000 Unterschriften der Fusiongegner, die somit das Referndum gegen den Zukunftraum ergriffen haben, entgegen und steht ihnen Rede und Antwort.

Der Oberentfelder Gemeindeamman Markus Bircher nimmt die 1000 Unterschriften der Fusiongegner, die somit das Referndum gegen den Zukunftraum ergriffen haben, entgegen und steht ihnen Rede und Antwort.

Die Coronakrise hat manches abserbeln lassen – aber die Demokratie blüht. So viele lokale Initiativen und Referenden wie im Moment gab es seit Menschengedenken nicht mehr. Auch dank Leuten, die bereit sind, sich einzusetzen.

Vielleicht sieht man das am besten am Beispiel Biberstein. Dort wurde seit Jahrzehnten an der Gemeindeversammlung kein Geschäft rückgewiesen oder abgelehnt und schon gar kein Referendum ergriffen. Letzte Woche wurden nun aber fast 500 Unterschriften eingereicht, um die Bau- und Nutzungsordnung an die Urne zu bringen – mehr als doppelt so viele wie nötig.

In Buchs wurde eine Initiative zur Parkgebühren-Befreiung für Dorfvereine gestartet. Das Aarauer «Zukunftsraum»-Referendum hat die sehr hohe Unterschriftenhürde souverän genommen; nicht wenige unterschrieben zum ersten Mal ein Begehren von stramm bürgerlicher Seite – weil sie aus demokratischen Überlegungen heraus finden, das Thema müsse lieber früher als später an die Urne. Das wird in Oberentfelden ähnlich sein. Und das kleine Densbüren steht womöglich schon zum zweiten Mal vor einem Fusions-Referendum.

Diese Beispiele gelebter Demokratie zeigen allerdings auch: Die heilige Kuh «Gemeindeversammlung», notorisch nur von einem kleinen Teil der Stimmberechtigten besucht, kommt bisweilen an ihre Grenzen. Das liegt nicht nur an Corona.

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