Restaurant

Die Chemie zwischen Wirtin und Pächter stimmte nicht

Wirtin Susanne Rosenberg mit Pächter Fritz Bader an der Eröffnung der «Burestube» Anfang Oktober.

Wirtin Susanne Rosenberg mit Pächter Fritz Bader an der Eröffnung der «Burestube» Anfang Oktober.

Die ehemalige Wirtin der «Burestube» in Buchs wollte sich nichts vorschreiben lassen. Das habe zur Entlassung geführt, sagt Susanne Rosenberg. Sie hat die Nachfolge der legendären Wirtin Doris Kasper angetreten.

Die «Wirtschaft zur Burestube» sucht nach zwei Monaten bereits wieder eine neue Wirtin oder einen neuen Wirt (wir berichteten darüber). Wirtin Susanne Rosenberg (56) wurde nach dieser kurzen Zeit abgesetzt. Gäste beschwerten sich über sie: Sie sei unfreundlich gewesen. Der Pächter des Lokals Fritz Bader von der Firma Bader Gastronomie & Consulting in Cham entliess sie kurzerhand.

Jetzt meldet sich Susanne Rosenberg zu Wort. Möglicherweise sei sie zu einzelnen Gästen unfreundlich gewesen. Dies sei jedoch nicht bewusst geschehen, sondern aus Übermüdung. «Der Eröffnungsmonat Oktober war streng, da arbeitete ich über 400 Stunden», sagt die in Aarau wohnhafte Wirtin. Sie bezeichnet sich als humorvolle und stets gut gelaunte Person. Ihre langjährige Erfahrung in der Gastronomie habe sie gelehrt, Sorge zu den Gästen zu tragen. «Sie sind die Geldquelle eines Restaurants, da vergraule ich sie doch nicht.»

Vor ihrer Tätigkeit in der «Burestube» half Susanne Rosenberg mit, mehrere Restaurants und Hotels zu eröffnen, unter anderem das Hotel Palace Maloja. Arie Galitzky von der Hotelunternehmung sagt: «Susanne Rosenberg erlebte ich als freundliche Person.» Beim Hotel Cervo in Sils Maria hingegen tönt es weniger begeistert, der Kommentar von Inhaber Jack Keller ist kurz und bündig: «Nichts gesagt ist nichts Falsches gesagt.»

Der wahre Grund, wieso sie gehen musste, sei ein anderer gewesen als ihre sogenannte Unfreundlichkeit, sagt Susanne Rosenberg: Die Chemie zwischen ihr und Pächter Fritz Bader stimmte nicht. «Er hatte andere Vorstellungen von der Lohn- und Führungspolitik eines Restaurants als ich.» Bader führt mehrere Restaurants in der Schweiz in einer Kette, so auch die Wirtschaft zur Burestube. «Ich musste da einkaufen, wo es der Pächter wünschte und den Mitarbeitern Löhne auszahlen, die er vorgab und mir zu niedrig waren», sagt Susanne Rosenberg. Sie sollte sich unterwerfen, was sie jedoch nicht tat. Deswegen habe sie sie gehen müssen. Während der Vorstellungsgespräche habe sie nicht realisiert, wie unselbstständig ihr Job sein würde.

Die Wirtschaft zur Burestube kannte Susanne Rosenberg bereits von früher: In den 90er-Jahren war sie als Repräsentantin für die Visa Corner Bank unterwegs und schloss Verträge für die damaligen Handmodelle für Kreditkarten ab. Dadurch besuchte sie auch das Buchser Restaurant. «Das Lokal gefiel mir immer gut und war hervorragend geführt.» Weil es so gut lief, reizte sie es auch, es in diesem Herbst zu übernehmen. Ausserdem habe ihr das Konzept des Pächters Fritz Bader gefallen, dass das Restaurant ausschliesslich Schweizer Küche anbiete.

Ende September hörte Doris Kasper nach über 40 Jahren als Wirtin in der «Burestube» auf. Das Lokal vermietete die Familie Kasper an Fritz Bader weiter.

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