Gränichen
Die Brocki-Senioren legen sich mächtig ins Zeug

Die Brockenstube spendet dem Alterszentrum in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt 670 000 Franken. Insgesamt hat die Brockenstube schon fast 4,5 Millionen Franken überwiesen.

Marcel Siegrist
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Herbert Sommerhalder beim Verkaufsgespräch in der Möbelabteilung.

Herbert Sommerhalder beim Verkaufsgespräch in der Möbelabteilung.

Der Verein Brockenstube hat einmal mehr einen namhaften Betrag an das Alterszentrum überwiesen: 670000 Franken. Das Geld ist zweckgebunden. So wurde mit dem aktuellen «Geldsegen» im 2. Stock des Hauses «Wyna» das «Stübli» für demenzkranke Bewohnerinnen und Bewohner eingerichtet und die Sanierung der Küche und der Waschküche mitfinanziert. «Fast 4,5 Mio. Franken hat die Brockenstube insgesamt schon überwiesen», freut sich Vereinspräsident Herbert «Sumi» Sommerhalder.

«Jeder Franken ist ein Baustein»

Einige Millionen hat die Gränicher Brocki seit ihrer Eröffnung erwirtschaftet. Das Geld kam und kommt vor allem dem Gränicher Alterszentrum zugute. «Jeder Franken ist ein Baustein für unser Altersheim», hiess es damals in der Einladung zum grossen Eröffnungsfest im April 1972. Nach 14 Jahren konnte aus den «Bausteinen» das entstehen, was sich die aktiven Seniorinnen und Senioren wünschten: Die Brockenstube stellte 1986 über eine Million Franken zur Verfügung und ermöglichte damit den Bau des Altersheims auf der Schiffländi in Gränichen.

Vor 39 Jahren, am 29. April 1972, feierte die Brockenstube Eröffnung und Einweihung im Oberst-Suter-Haus in der Schiffländi. Es ist eine Erfolgsgeschichte, die Emil Wasser und einige Kolleginnen und Kollegen aus dem Altersturnen vor fast vier Jahrzehnten unter dem Motto «Das Alter hilft sich selbst» ins Leben riefen. Jahr für Jahr wird von der Institution, die ausschliesslich von Seniorinnen und Senioren betrieben wird, ein Ertrag von mehreren 10000 Franken erwirtschaftet. Vor allem das Jahr 2009 brachte ein sehr gutes Ergebnis. «Günstige Umstände und einträgliche Umzüge mit Hausräumungen haben tüchtig zum guten Resultat beigetragen», begründet Sommerhalder das sehr positive Jahresergebnis 2009. Ein Resultat, das 2010 nicht mehr ganz erreicht werden konnte, aber netto bleiben für das Altersheim aktuell jährlich zwischen 60000 und 65 000 Franken.

Heute zählt das Team der Brockenstube 26 aktive Mitglieder und 4 freiwillige Helfer, die nicht im Verein sind. Nicht nur Gränicher, auch «Mitarbeiterinnen» und «Mitarbeiter» aus Suhr, Buchs oder Unterkulm sind in der Brocki aktiv. Sie alle sind im Pensionsalter und engagieren sich stark für ihr «Geschäft». Sie legen Hand an, wo es nötig ist. Sei es in den Verkaufsräumen im Oberst-Suter-Haus oder in der erfolgreichen Möbelabteilung mit Gemäldegalerie in der ehemaligen Migros-Filiale am Kapellenweg.

Das Gesellschaftliche ist wichtig

Die «Brockenstübeler» bringen ihre im Leben erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen mit ein. «Aber auch das Gesellschaftliche ist bei uns sehr wichtig. Wir unternehmen schöne Reisen, pflegen das Fischessen oder das Weihnachtsessen und einiges mehr», erklärt Herbert Sommerhalder. Die Kollegialität unter den Mitarbeitern wird gepflegt.

Die «Brockenstübeler arbeiten vor allem ehrenamtlich. Am Samstag, wo die meisten früher freihatten, sind die Senioren ohne Entgelt im Einsatz, am Donnerstag gibt es eine bescheidene Entschädigung. Das Alterszentrum Schiffländi kann weiterhin auf die Brocki-Senioren zählen, die sich für anstehende Sanierungen, neue Bedürfnisse und Verbesserungen auch in Zukunft mächtig ins Zeug legen werden.