Aarau
Die «Bestatter»-Führerinnen wissen alles über die Serie

Die Führungen «Auf den Spuren des Bestatters» sind für Fans der SRF-Serie ein Muss und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Entwickelt wurden sie von zwei Stadtführerinnen und «Bestatter»-Fans der ersten Stunde.

Nadja Rohner
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Susi Böss (links) und Carolina Fierz, Aarauer Stadtführerinnen, haben die «Bestatter»-Führungen ins Leben gerufen.

Susi Böss (links) und Carolina Fierz, Aarauer Stadtführerinnen, haben die «Bestatter»-Führungen ins Leben gerufen.

AZ

Im Januar 2013 flimmerte die allererste Folge des Bestatters über den Bildschirm. Seither ist die Fangemeinde der Serie stark gewachsen. «Aarau info», das Aarauer Tourismusbüro, wusste den Hype zu nutzen. Seit einiger Zeit Jahren bietet die Organisation unter dem Titel «Auf den Spuren des Bestatters» Themenführungen an – mit riesigem Erfolg: Neben den öffentlichen Führungen wurden die Touren im letzten Jahr fast jede Woche ein bis zweimal gebucht, teils sogar auf französisch (in der Romandie heisst der Bestatter «Le Croque-Mort»).

Initiiert wurden die Führungen von Susi Böss und Carolina Fierz. Die beiden Aarauer Stadtführerinnen sind «Bestatter»-Fans der ersten Stunde, schwärmen vom Charme des Assistenten Fabio und vom schönen Österreicher Dialekt des Pathologen Semmelweis. Die Begeisterung für die Serie wollten Böss und Fierz mit anderen Fans teilen.

Nachdem die Idee im Raum stand, gingen sie systematisch alle Drehorte in Aarau ab, überlegten, was den Besuchern gefallen könnte. «Viele der Liegenschaftsbesitzer oder Gewerbetreibenden waren sehr offen für die Idee mit den Führungen und haben uns gleich von ihren Dreh-Erlebnissen erzählt», sagt Fierz. Der Bestatter, das merke man, sei längst Teil von Aarau geworden. Wo sonst reagieren die Leute begeistert, wenn sie einen Leichenwagen sehen?

Die Aarauer «Bestatter»-Euphorie kommt nicht von ungefähr, waren doch schon unzählige Einwohner als Statisten in der Serie zu sehen – vorab Stadtpräsidentin Jolanda Urech. Auch Carolina Fierz: In der vierten Staffel sieht man im Hintergrund, wie sie – mit dem roten Stadtführerinnen-Hut auf dem Kopf – gerade die Teilnehmer einer Bestatter-Führung über die Strasse lotst. Purer Zufall sei es gewesen, dass ausgerechnet eine Bestatter-Führung im Bestatter zu sehen ist, beteuert Fierz lachend.

Auf den Spuren des Bestatters
13 Bilder
In der Weinhandlung "La passion du vin" an der Laurenzentorgasse spielt die Folge "Stierebluet".
Und das hier ist der passende Wein dazu: Stierebluet, ein Pinot noir von Peter Wehrli aus Küttigen
"Gömmer zum Ömer?" - Diese Frage kommt im "Bestatter" häufig vor.
Der echte Ömer (ja, den Imbiss gibt es wirklich) freut sich immer, wenn er auf den "Bestatter" angesprochen wird.
Weiter gehts zum Hotel Argovia. Was uns Carolina Fierz und Susi Böss wohl zu diesem Schauplatz zu erzählen haben?
Das Hotel Argovia hiess im "Bestatter" "Hotel Adria". Aber warum eigentlich?
Hierher bringt Bestatter Luc Conrad jeweils seine Kundschaft.
Das Modegeschäft Strebel: Schauplatz im "Bestatter".
Dank des umfangreichen Anschauungsmaterials kann man sich lebhaft vorstellen, wie der Bestatter und sein Gehilfe in der Rathausgasse stehen.
Am Schluss steigen wir auf den Balkon des Rathauses, von wo wir einen prächtigen Blick auf weiter entfernte Schauplätze haben.
Vom Rathaus-Balkon sieht man auch hinunter in die Halde. Die Führerinnen zeigen uns, wie Bestatter Luc Conrad und Polizistin Annamaria Giovanoli in der Halde auf den Ermittler Pedro Lambert treffen.
Ein Blick hinter die Kulissen: az-Reporter Samuel Schumacher bei der Arbeit.

Auf den Spuren des Bestatters

Nadja Rohner und Samuel Schumacher

Die Führerinnen sammeln jeden «Bestatter» Zeitungsartikel aus dem In- und Ausland, der ihnen in die Finger kommt. So wissen Carolina Fierz und Susi Böss alles, aber auch wirklich alles über die Serie. Selbst Dinge, die nirgends geschrieben standen. So hatte Regisseur Thomas Lüthi – ebenfalls Aarauer – den beiden verraten, was das Drehteam an Aarau am meisten nervt: «Das dauernde Läuten der Kirchenglocken. Man musste deshalb immer mal wieder eine Szene von vorne drehen», erzählt Fierz.

Mit jeder neuen -Staffel kommen neue Aarauer Drehorte dazu. Damit die Führungen nicht endlos lang werden – und damit auch für Stammgäste ein stets ein Anreiz besteht, wiederzukommen – werden die Stationen der Führung immer wieder ausgewechselt. Nur Orte wie der Friedhof und das Krematorium bleiben. Teils, weil sie in jeder Folge vorkommen. Teils weil gerade vom Krematorium eine besondere Faszination ausgeht, wie Esther Schmid, Leiterin von «aarau info», sagt.

In der laufenden Staffel war Aarau noch nicht allzu präsent. «Das kommt aber noch», verrät Fierz. Beim Grossratsgebäude wurde gedreht, oder beim Amtshaus. Dort, ganz oben, habe ein Untersuchungshäftling während des Drehs so gelärmt, dass das Filmteam den Standort habe wechseln müssen, verraten die Führerinnen.

Das Konzept der Führungen ist so erfolgreich, dass es nun auch in anderen Städten Schule machen soll: Kürzlich sei ein Team aus Luzern bei ihnen zu Gast gewesen, das in der Stadt am Vierwaldtstättersee «Tatort»-Führungen machen will.

Die nächsten öffentlichen Führung finden statt am 16. und 23. Februar sowie am 1. März, jeweils um 18 Uhr. Anmeldungen: 062 834 10 34, mail@aarauinfo.ch