Auf Geheiss von Bund und Kanton werden die WSB und die BDWM zum neuen Unternehmen «Aargau Verkehr» fusioniert. Zuerst halten die beiden Firmen ein letztes Mal getrennt ihre Generalversammlungen ab. Die WSB im Saal 1, die BDWM im Saal 2. Dann trifft man sich und hört sich gemeinsam Reden an. Unter anderem von Peter Füglistaler, dem Direktor des Bundesamtes für Verkehr – was die Bedeutung des Anlasses, der Fusion, unterstreicht.

Am Donnerstag der erste Zug

Nach wie vor ein bestgehütetes Geheimnis ist, wie das Logo von «Aargau Verkehr» aussehen wird. Vorerst dürfen wir erst die Kleber sehen, mit denen auf die Fusion aufmerksam gemacht wird. Für den Donnerstag ist dann die Präsentation des 1. Zuges mit dem neuen Aussendesign «Aargau Verkehr» geplant. Diese findet in Bremgarten statt. Klar ist: Im Layout der Firma «Aargau Verkehr» wir die Farbe blau (RAL 5013) eine wichtige Rolle spielen.

Auch wenn die Fahrzeuge aus Kostengründen erst nach und nach umgespritzt werden, wird «Aargau Verkehr» schon bald überall präsent sind – in Form von Klebern. Im Raum Aargau heisst das, dass der Zungenbrecher «AAR bus+bahn» definitiv verschwinden wird. Bleiben tun aber die Produktenamen WSB und BDWM – was viele Nostalgiker beruhigen dürfte, aber die Bedeutung des Namens «Aargau Verkehr» relativiert.

Mit insgesamt 550 Mitarbeitern, etwa 106 Millionen Franken Umsatz und 30 Millionen Fahrgästen pro Jahr wird «Aargau Verkehr» eines der grösseren Bahn- und Busunternehmen der Schweiz sein. CEO ist Severin Rangosch (57, vorher Chef BDWM), Verwaltungsratspräsident wird Kaspar Hemmeler (48, bis heute Abend WSB). Hemmeler schreibt im WSB-Geschäftsbericht: «Durch die Fusion können die Ressourcen der beiden Bahnen optimal gebündelt und Synergiegewinne erzielt werden. Wir werden kein Personal abbauen.»

Deutlich mehr Passagiere

Die BDWM hat laut eigenen Angaben ein «sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2017» hinter sich. Die WSB spricht von einem «operativ guten Jahr». Auch wenn Vergleiche schwierig sind, weil die Unternehmen recht unterschiedlich sind (bei der BDWM steckt mehr Bus drin), so fällt doch auf, dass beide 2017 die Zahl der beförderten Passagiere massiv steigern konnten. Die WSB hat erstmals über sechs Millionen Fahrgäste tranportiert (plus 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 6,27 Millionen). «Bei den Verkehrserträgen verzeichneten wir entgegen den Erfahrungen der letzten Jahre ein erfreuliches Wachstum, dies trotz der Preiserhöhungen», heisst es im Geschäftsbericht. Bei der BDWM Transport AG lag das Passagier-Wachstum in der gleichen Grössenordnung: plus 5,2 Prozent auf 3,55 Millionen.

Grösster Aktionär der WSB ist der Kanton Aargau (42,8%), der Bund hält 34,4%, die Stadt Aarau und diverse Gemeinden 20,1%. Bleiben für Private 2,7%. Auch bei der BDWM ist der Aargau der grösste Aktionär (51,4%). Der Bund hält 30,3%, der Kanton Zürich 7,9%, Gemeinden 7,5% und Private 1,8% (Eigenbesitz BDM 1,1%)