Aarau
Die Behörden drücken bei Fussballpartys ein Auge zu

Die Fans feiern während der WM und vor allem rund um die Schweizer Spiele sich und den Fussball. Die Behörden sind ungewohnt grosszügig und spielen perfekt mit.

Urs Helbling
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Wenn die Schweizer weiterhin so erfolgreich sind, wird der Platz noch knapper: Die Aarauer Kronengasse am Mittwoch.

Wenn die Schweizer weiterhin so erfolgreich sind, wird der Platz noch knapper: Die Aarauer Kronengasse am Mittwoch.

Zuerst das überraschende Unentschieden gegen Brasilien, dann der erzitterte Sieg gegen Serbien, schliesslich der eher enttäuschende Match gegen Costa Rica. Eine erste WM-Bilanz der Daheimgebliebenen fällt positiv aus. Die Fans haben die Spiele genossen, die Besucherzahl der Public Viewings ist von Match zu Match gestiegen. Dem schönen Wetter sei Dank: Die WM im fernen Russland macht hierzulande Spass.

Ganz besonders in der Aarauer Innenstadt. Hier, da sind sich die Beobachter einig, ist die Stimmung speziell gut. Aus verschiedenen Gründen: Die verkehrsfreie Altstadt hat sich zum perfekten Stadion entwickelt (viele Wirte machen hervorragende Geschäfte). Die Behörden sind grosszügig: Sie haben Public Viewings bewilligt, die vor wenigen Jahren undenkbar schienen. Und sie drücken teils beide Augen zu, wenn es um Regeln geht, auf deren Einhaltung in Nicht-WM-Zeiten strengstens gepocht wird.

Sie haben auch einen Weg gefunden, wie sie mit den feiernden Massen umgehen können. War die Polizei beim Serbien-Spiel noch relativ rigide (Innenstadt weitgehend abgesperrt), so konnten die Fans am Mittwoch richtig ihrer Freude Ausdruck verleihen: Mit einem Auto-Korso (rasch eine stehende Kolonne) und einem Hupkonzert (verstummte praktisch mit dem 23-Uhr-Schlag).

So macht Fussball Spass. Der Dienstag möge kommen.