Mit den vielen Trockenwiesen, Heuwiesen und Hecken an Brunnen- und Achenberg, den Feuchtstandorten, den Hochstamm-Obstbäumen und den Trockenmauern existiert in Küttigen eine struktur- und artenreiche Landschaft. Diese ist sehr wertvoll und stellt für viele seltene und geschützte Arten einen wichtigen Lebensraum dar. Das Landschaftsbild wird vielerorts noch durch Hochstamm-Obstbäume geprägt. Diese sind ökologisch wertvoll und werden von der Bevölkerung sehr geschätzt.

Grosse Teile des Gemeindegebietes stehen unter Naturschutz und werden von den Landwirten aufgrund von kantonalen Bewirtschaftungsverträgen gepflegt. Der Anteil der Vertragsflächen ist mit 92 Hektaren im Vergleich zu anderen Gemeinden hoch.

Von nationaler Bedeutung

«Nicht umsonst ist unser Dorf mit einem grossen Teil seines Kulturlands im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt», erklärt der Küttiger Gemeindeammann Dieter Hauser. Besondere Sorgfalt gilt deshalb der Gesamtrevision des Kulturlandplans, der in den letzten Wochen zur öffentlichen Mitwirkung aufgelegt war.

Gleichzeitig wird in Küttigen die sogenannte Moderne Melioration durchgeführt. Diese umfasst die Landumlegung und bereinigt die Grundeigentums- und Pachtverhältnisse. Sie definiert Massnahmen zur Verbesserung und Ergänzung des Flurwegnetzes und des Wasserhaushalts. Auch Massnahmen zur Umsetzung des ökologischen Ausgleichs sind Teil der Modernen Melioration.

«Für die Landwirte sind beide Projekte, der Kulturlandplan und die Moderne Melioration, von existenzieller Bedeutung», sagt Hauser. «Es geht um ihr Gut und ihr Auskommen. Ihre Betriebe müssen optimal bewirtschaftet werden können.»

Zur Erholung der Bevölkerung

«Nicht zuletzt wegen der schönen Landschaft ist Küttigen eine attraktive Wohngemeinde», fährt der Gemeindeammann fort. Die Landschaft hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische und soziale Bedeutung als Erholungsraum für die Bevölkerung.

Die wertvolle Kulturlandschaft ist zu einem grossen Teil das Verdienst der Bauern, sie ist aber auch durch eine intensive Landwirtschaft gefährdet. In Küttigen hat es sieben Haupterwerbs- und zwei Nebenerwerbsbetriebe. Daneben gibt es viele Rucksackbauern, die im Nebenerwerb Landwirtschaft betreiben. Auch einige Betriebe aus Nachbargemeinden nutzen grössere Flächen in Küttigen. Aufgrund der Lage am Jurasüdfuss ist die landwirtschaftliche Nutzung eher erschwert.

Ein wichtiges Standbein der Küttiger Landwirte ist die Tierhaltung (Milch und Mast). Daneben gibt es auf Obst- und Rebbau und auf Pro-Specie-Rara-Sorten spezialisierte Betriebe. Eine weitere Einkommensquelle ist für viele Betriebe die Pflege der Landschaft.

Dass beide Projekte erfolgreich umgesetzt werden könnten, müssten die Interessen und Bedürfnisse aller Beteiligten in Einklang gebracht werden, sagt Hauser. Die Landwirte wurden besucht und befragt. Am «runden Tisch» wurden die Konzepte und vor allem auch die ökologischen Massnahmen diskutiert. Während des Mitwirkungsverfahrens wurden zwölf Eingaben gemacht, aufgrund derer das Projekt zum Teil angepasst wurde. Dennoch: «Es gibt noch einige Knackpunkte zu lösen», sagt Gemeindeammann Hauser. Seine Prognose, wann die Moderne Melioration abgeschlossen sein wird: «Frühestens im Jahr 2017.»