Neben dem Rahmenprogramm war es immer wieder der eigentliche Star, nämlich der neue Bahnhof, der auch mehr als zwei Monate nach Inbetriebnahme noch manchem Besucher ein «Wow» entlockte.

Weniger begeisternd war das Wetter am Samstagvormittag, als das Blasorchester der SBB spielte. Den Fans war das egal. Doch dann musste sich Petrus gedacht haben, dass die Aarauer etwas Besseres verdient haben. Und prompt schien am Nachmittag die Sonne. Der gehörte dann auch den Kindern: Endlos drehten Ponys, Karussell und Kindereisenbahn ihre Runden. So richtig ab ging die Post, als der Kinderliedersänger Christian Schenker die Bühne betrat: Vom ersten Takt an sagen die Kinder mit und steckten die Erwachsenen bald an.

Wer die Vergangenheit Revue passieren lassen wollte, konnte dies in der Ausstellung «150 Jahre Bahnhofgeschichte Aarau» tun oder altes Rollmaterial der SBB besichtigen. Wer wollte, konnte sich sogar in den Führerstand des legendären «Churchill-Pfeils» setzen.

Vor der Lok «Zugkraft Aargau» bildete sich regelmässig eine Schlange mit Neugierigen. Die allerlängste Schlange wand sich jedoch mitten in Bahnhof, und zwar vor dem Zugang zu den Meyerschen Stollen. Da die Teilnehmerzahl der Besichtigungen begrenzt war und der Andrang gross, konnte lange nicht jeder der wollte auch in den Untergrund abtauchen. Nach den Führungen wurde der Stollen noch kulturell belebt: Der Oltner Slam Poet Kilian Ziegler entzückte tief unter dem Bahnhof mit seinen Wortspielereien die Zuschauer, und wenn es denn ein paar Stollengespenster geben sollte, werden die wohl noch ein Weilchen über seinen Wortwitze lachen.

Koffer für 360 Franken ersteigert

Publikumsmagnet war auch die Fundsachenversteigerung. Highlight war die Versteigerung eines ungeöffneten Koffers, den für 360 Franken der Muhener Nathan Burgherr ergatterte. Der Inhalt des Koffers glich
einer Wundertüte: Tangas in allen Farben, Damenkleider und ein Prada-Täschchen.

Am Abend spielten die Mundart Bands George und Lockstoff und zum Schluss sang sich der Aargauer Soul-Sänger Seven klammheimlich in so manches Frauenherz. Klassisch stiegen zum Abschluss, um kurz nach zehn, die Raketen in den Aarauer Nachthimmel: Der Bahnhof ist eingeweiht – und kann nun in Ruhe altern.