Aarau

Die Bahn ist auch ohne Spiegel sicher

Die WSB ist auch mit eingeklappten Rückspiegeln sicher unterwegs. Foto: az

Die WSB ist auch mit eingeklappten Rückspiegeln sicher unterwegs. Foto: az

Der Regierungsrat erachtet den Betrieb der Wynen- und Suhrentalbahn als vorschriftsgemäss. In der Vergangenheit sorgten die Rückspiegel für einige Schlagzeilen.

Die Triebwagen der Wynen- und Suhrentalbahn (WSB) müssen laut einer Weisung der Betriebsleitung auf dem neuen Trassee zwischen Suhr und Aarau die Rückspiegel einklappen. Darin hat der Oftringer EVP-Grossrat Martin Bhend, ein ehemaliger Lokführer, ein erhebliches Sicherheitsrisiko gesehen. Er argwöhnte, bei der Planung und dem Bau der neuen Gleise sei einiges schief gelaufen und reichte deshalb eine Interpellation im Kantonsparlament ein.

Mit seinen ausführlich geschilderten Gefahrenszenarios konnte er eine Mehrheit im Grossen Rat derart aufrütteln, dass dieser seinen Vorstoss am 15. März als dringlich erklärte und mit 84 Stimmen überwies.

Inzwischen hat sich die Interpellation als Sturm im Wasserglas erwiesen. Die Wynen- und Suhrentalbahn, so hält der Regierungsrat in seiner Antwort ausdrücklich fest, ist auch mit eingeklappten Rückspiegeln absolut sicher unterwegs.

Zu den Fakten: Die Dimensionierung von Eisenbahnanlagen ist im Eisenbahngesetz sowie in den Ausführungsbestimmungen zur Eisenbahnverordnung exakt geregelt. Diese Bestimmungen wurden beim Bau des neuen Trassees in allen Teilen eingehalten. Die detaillierten Projektpläne, so schreibt der Regierungsrat, seien am 2. April 2008 vom Bundesamt für Verkehr (BAV) genehmigt und die fertige Anlage vor der Inbetriebnahme von einem Sachverständigen bezüglich der Einhaltung der festgelegten Abstände und Abmessungen kontrolliert worden. Ein Kreuzen von zwei Zügen sei auch mit ausgeklappten Spiegeln gefahrlos möglich, der Abstand zwischen den Spiegeln betrage immerhin 24 Zentimeter.

Spiegel nicht sicherheitsrelevant

Rückspiegel, hält der Regierungsrat fest, seien im Bahnbetrieb nur auf den Bahnhöfen nötig. Auf der offenen Strecke brauche man sie nicht. Das würden Beispiele von anderen Schweizer Schmalspurbahnen belegen, die mit eingeklappten Spiegeln fahren würden. Bei einigen dieser Bahnen würden die Spiegel ab einer Geschwindigkeit von 5km/h sogar automatisch eingeklappt.

Laut Auskunft der WSB habe die neue Situation zwischen Buchs und Suhr mit Gegenverkehr zu Verunsicherungen beim Lokpersonal geführt, deshalb habe man die Weisung erlassen, die Spiegel einzuklappen. Die Bahnbetreiberin sehe zudem keine Notwendigkeit darin, die Rückspiegel bei Geschwindigkeiten von 80 km/h «im Wind» zu belassen.

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