Nagra-Entscheid
«Die Argumente gegen den Standort Jura Südfuss waren erdrückend»

Dank dem Nagra-Entscheid zu den Tiefenlager-Standorten ist die Region Jura Südfuss vom Tisch. Atommüller-Gegner aus der Region reagieren zufrieden.

Hubert Keller
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Das Jura-Südfussgebiet, hier bei Schönenwerd/SO, war lange ein möglicher Tiefenlager-Standort. (Archiv)

Das Jura-Südfussgebiet, hier bei Schönenwerd/SO, war lange ein möglicher Tiefenlager-Standort. (Archiv)

Keystone

«Wir haben diesen Entscheid erwartet», sagt Gery Meier, Gemeindepräsident von Däniken, der Standortgemeinde für die Oberflächenbauten eines möglichen Endlagers. Er hatte schon früher die Auffassung vertreten, dass es weder wirtschaftlich noch politisch Sinn mache, für die schwach- und mittelaktiven Abfälle ein separates Tiefenlager zu bauen. Nur für ein solches war der Standort Jura Südfuss vorgesehen. «Es wies zudem alles darauf hin, dass unser Standort auch die geologischen und sicherheitstechnischen Anforderungen nicht erfüllt.»

Während des ganzen Sachplanverfahrens blieb die Bevölkerung im Niederamt ruhig. «Es gab an keiner Gemeindeversammlung irgendwelche Anfragen», sagt Gery Meier. Der Gemeinderat habe aber auch immer offen kommuniziert und sich klar zum Sachplanverfahren bekannt.

Die Tiefenlager-Region «Jura Südfuss» betraf Gemeinden in den Kantonen Aargau und Solothurn.

Die Tiefenlager-Region «Jura Südfuss» betraf Gemeinden in den Kantonen Aargau und Solothurn.

Nagra

Peter Hodel, Präsident des Trägervereins Plattform Jura-Südfuss und Gemeindepräsident von Schönenwerd, ergänzt: «In unserer Region ist man in Sachen Endlager nicht weniger kritisch, aber sicher weniger aufgeregt als anderswo.» Der Entscheid der Nagra sei aus wissenschaftlicher Sicht nachvollziehbar und gut. «Ich bin zufrieden – für die Region», fasst Hodel zusammen.

Der Entscheid habe sich abgezeichnet, erklärt die Aarauerin Eva Schaffner, Präsidentin des Vereins KAAZ! (Kein Atommüll im Ballungsgebiet Aarau-Lenzburg-Zofingen). «Die Argumente gegen den Standort Jura Südfuss waren erdrückend», findet sie. Der entschlossene Widerstand dürfte nicht unwesentlich zum Entscheid beigetragen haben, ist Eva Schaffner überzeugt. Letztlich richte sich die ganze Standortsuche vor allem nach politischen Opportunitäten und weniger nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, sagt sie. Eine vernünftige Lösung ist für die KAAZ-Präsidentin erst möglich, wenn der Ausstieg aus der Atomenergie vollzogen ist.