Aarau
Die Altersheime Golatti und Herosé werden zur Aktiengesellschaft

Die städtischen Pflegeheime Golatti und Herosé sowie die Alterssiedlung sind heute Eigenwirtschaftsbetriebe. Bis 2018 sollen sie zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt werden, mit der Stadt Aarau als Hauptaktionärin.

Nadja Rohner
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Die Sanierung des Alters- und Pflegeheims Golatti kostet mehr als angenommen.

Die Sanierung des Alters- und Pflegeheims Golatti kostet mehr als angenommen.

Sabine Kuster

Der Stadtrat möge sich mit der Frage nach einer geeigneten, neuen Organisationsform für die städtischen Altersheime befassen – das verlangte der Einwohnerrat 2014 per Motion. Nun legt der Stadtrat einen entsprechenden Bericht zur Vernehmlassung vor. Der Vorschlag: Die Institutionen sollen in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft überführt werden. Alleinige Aktionärin soll die Stadt sein.

Vize-Stadtpräsidentin Angelica Cavegn Leitner bezeichnet das als «grosse Chance». Die AG sei die geeignete Form, weil sie sehr entwicklungsfähig sei, «vor allem im Hinblick auf eine regionale Zusammenarbeit». So sei es Ziel, in der Region ein Kompetenzzentrum für Pflege einrichten zu wollen, bei dem man administrative Aufgaben oder Ausbildungen gemeinsam mit umliegenden Gemeinden bewältige. «Ich bin als Vertreterin der Stadt Aarau in einigen Heimen in den Nachbargemeinden im Stiftungs- oder Verwaltungsrat», sagt Cavegn Leitner.

«Die Themen sind überall dieselben, vieles kann man gemeinsam angehen.»
Ein Vorteil der AG gegenüber einem Eigenwirtschaftsbetrieb seien auch die viel kürzeren Entscheidungswege: «Wenn heute etwas entschieden werden soll, muss das Geschäft erst durch den Stadt- und dann durch den Einwohnerrat. Mit dem Verwaltungsrat einer AG können Entscheidungsprozesse dynamischer angegangen werden.»

Es werde sachbezogener entschieden, weniger politisch motiviert. Die politische Einflussnahme der Stadt bleibe klar vorgegeben; ihre Interessen würden über eine Eigentümerstrategie und eine Leistungsvereinbarung gewährt. Für die Heimbewohner ändert sich nichts, auch nicht für das Personal – zumindest vorerst: Ein neues Personalreglement wird die bestehenden Anstellungsbedingungen für eine Übergangsfrist von zwei Jahren garantieren.

Kredit wird eingehalten
Der Einwohnerrat hat im November 2014 einen Kredit über 45 000 Franken für die Ausarbeitung des Berichts gesprochen. Laut Cavegn Leitner wird der Kreditrahmen eingehalten. Wie viel die Überführung in eine AG insgesamt kosten wird, könne noch nicht abgeschätzt werden: «Das hängt davon ab, wie viel wir intern erledigen können und welche Aufgaben wir im Mandatsverhältnis an Dritte delegieren müssen.»

Ziel sei es, im Jahr 2017 über die Änderung abstimmen zu können, die per 1. Januar 2018 in Kraft treten soll.

Im Altersleitbild der Stadt Aarau ist die Überprüfung der Trägerschaft der Alterssiedlung und der Pflegeheime aufgeführt. Mehrmals schon war in den letzten Jahren dem Einwohnerrat vonseiten des Stadtrats ein entsprechender Bericht versprochen worden. Der Stadtrat hatte der Angelegenheit jedoch lange nicht erste Priorität beigemessen. Die lange Umsetzungsdauer begründet Cavegn Leitner damit, dass man sich über die erste Fassung des Berichts «intern eine konsolidierte Meinung bilden wollte» und bei verschiedenen Stellen wie der Personalabteilung, der Liegenschaftsverwaltung und der Alterskommission Stimmen eingeholt hat.

Infoveranstaltung: Donnerstag, 10. März, 18.30 bis 19.30 Uhr, Rathaussaal. Die Vernehmlassung läuft ab 10. März bis 10. Mai. Informationen und Unterlagen sind bei der Abteilung Alter oder unter www.alter-aarau.ch/mitwirkung erhältlich.