Aarau

Die Alte Post war das erste Kaufhaus in Aarau

Stadtführerin Carolina Fierz Brack erklärt, was es mit der Alten Post auf sich hatte. Carolin Frei

Stadtführerin Carolina Fierz Brack erklärt, was es mit der Alten Post auf sich hatte. Carolin Frei

Knapp drei Dutzend interessierte Leute erfuhren auf einer winterlichen Stadtführung mit Carolina Fierz Brack und Susi Böss viele spannende Geschichten über die Aargauer Kantonshauptstadt.

«Da hinten sehen Sie das Schlössli, in dem sich das Stadtmuseum befindet», erklärte Stadtführerin Carolina Fierz Brack am Samstagabend ihrer Gruppe. Das Schlössli wird saniert und bekommt einen Erweiterungsbau. Das scheint nicht allen zu gefallen, fanden die Arbeiter doch über mehrere Tage jeden Morgen ein Kreuz auf der Baustelle vor. «Wer das war, hat man nicht herausgefunden», sagte Fierz.

Der Erweiterung musste der Mammutbaum weichen. Er bleibe jedoch als Kunst am Bau dem Schlössli erhalten, betonte sie. Dann gings weiter in die nächste Gasse, in der die Weihnachtsbeleuchtung bestaunt werden konnte. Seit 1959 zieren Girlanden, die ein «W» für Weihnachten symbolisieren, Aaraus Gassen, neu sorgen LED-Lampen für weniger Stromverbrauch. Vor der Alten Post erklärte Fierz, dass hier früher das erste Kaufhaus am Platz gestanden habe. Jetzt ist auch die Poststelle ausgelagert worden, die Räumlichkeiten werden vorläufig als Café genutzt. «Ich kenne schon einiges von Aarau, aber das mit der Post war neu für mich», sagte die Aarauerin Sandra Wild.

Kirchenorgel kam per Schiff

Auch einen Blick von der Terrasse im obersten Stock des Rathauses durfte die Gruppe geniessen. Der Aufstieg hatte sich gelohnt. «Früher war die Aare hier breiter», sagte die Stadtführerin mit Blick übers Balkongeländer. Das Wasser sei als Transportweg beliebt gewesen. So hätte man die Kirchenorgel per Schiff von Bern nach Aarau befördert. In der Milchgasse sperrte Fierz eine Holztüre auf, die durch einen dunklen Gang zu einem Graben führte, in dem früher der Abfall landete.

Zudem tummelten sich dort Hühner und Schweine. Entsprechend war der Geruch, der aus dieser Gegend in die Stadt strömte. Auch zu den Dachgiebeln, von denen es 70 in Aarau zu bewundern gibt, wusste sie einiges zu erzählen. Auf dem Spaziergang kam man auch am früheren Badehaus vorbei, für dessen Benutzung die Polizei Billette verkaufte. So wusste sie stets, welche Aarauer Familie «sauber» war.

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