Suhr
Die albanische Bevölkerung feiert die Unabhängigkeit der Republik Albanien

Seit einhundert Jahren ist die Republik Albanien unabhängig. Das Jubiläum wurde vom albanischen Lehrer- und Elternverein im Zentrum Bärenmatte in Suhr mit Tanz und Gesang zelebriert. Unter den Gästen war auch Regierungsrat Urs Hofmann.

Markus Christen
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Auch albanische Kinder waren auf der Bühne im Zentrum Bärenmatte.

Auch albanische Kinder waren auf der Bühne im Zentrum Bärenmatte.

Am 28. November 1912 erlangte Albanien die Unabhängigkeit. Was folgte, war im Grunde eine andauernde Krisenzeit, welche viele Albanerinnen und Albaner zur Flucht bewegte. Viele von ihnen wiederum haben in der Schweiz ein neues Zuhause gefunden.

Zur Feier der nun einhundert Jahre bestehenden Unabhängigkeit der Republik lud der Albanische Lehrer- und Elternverein gestern Nachmittag ins Zentrum Bärenmatte. Vereinspräsident Riza Demaj konnte rund 1000 Gäste und das albanische Staatsfernsehen RTK begrüssen. Als Redner zu den Feierlichkeiten geladen waren unter anderem Ram Buja, der Erziehungsminister des Kosovo, sowie zwei Botschafter aus Albanien und dem Kosovo.

Sie bedankten sich in ihren in albanischer Sprache gehaltenen Vorträgen bei den schweizerischen Institutionen und bei der Schweizer Bevölkerung für die grosszügige Unterstützung, die man der albanischen Bevölkerung habe zukommen lassen. «Die Schweiz nimmt», so fasste Riza Demaj zusammen, «in der Geschichte der Unabhängigkeit Albaniens einen wichtigen Platz ein.»

Ebenfalls anwesend war Urs Hofmann. Es bedeute ihm viel, so Demaj, dass sich der Regierungsrat extra Zeit für den feierlichen Anlass genommen habe.

Urs Hofmann begann seinen Beitrag mit einem Blick auf die Bedingungen der Unabhängigkeit Albaniens. Wenn die Machtpolitik der grossen Staaten und nicht der Wille der Bevölkerung für die Gestaltung eines Staates massgebend sei, so Hofmann, dann habe eine solche Regelung nicht Bestand für die Ewigkeit. Das Ergebnis seien Streit und Krieg. Zwar habe man vor 100 Jahren die Grenzen gezogen, aber nicht so, wie es für das Volk gerecht gewesen wäre.

Mit Bezug zur Gegenwart betonte Hofmann die Wichtigkeit einer erfolgreichen Integration der ausländischen Bevölkerung in der Schweiz. «Integration hat zum Ziel, ein gutes Zusammenleben aller Menschen in unserem Land zu gewährleisten und damit auch Chancengerechtigkeit für die ausländische Wohnbevölkerung herzustellen.»

Damit verbunden, so Hofmann weiter, sei allerdings auch ein persönliches Engagement der Neuzuzüger. Der Lehrer- und Elternverein beweise mit seinen Sprachkursen, dass man gleichzeitig seine Traditionen pflegen und Integrationsarbeit leisten könne. Die Vereinsarbeit könne aktiv mithelfen, dass gerade auch die albanische Bevölkerungsgruppe offen sei für Anlässe der Schulen und Bildungsveranstaltungen und sich nicht abkapsle. «Eine gute Schulbildung ist die beste Basis für ein glückliches Leben. Ihre Kinder werden es Ihnen danken, wenn Sie ihnen einen guten Weg bereiten», so Urs Hofmann zu den anwesenden Gästen.

Der zweite Teil der Unabhängigkeitsfeier war geprägt von Folklore. Es wurde viel getanzt, Gedichte wurden rezitiert, Lieder gesungen.

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