Gränichen
Die Aktiensteuern sind so tief wie seit zwanzig Jahren nicht mehr

Die finanzielle Lage sei noch unproblematisch, langfristig müssten aber Massnahmen getroffen werden. Dies erklärt der Gemeinderat Gränichen zur Rechnung 2014.

Hubert Keller
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Im Gemeindehaus von Gränichen geht man sparsam mit dem Geld um.

Im Gemeindehaus von Gränichen geht man sparsam mit dem Geld um.

Pascal Meier

Obwohl die Aktiensteuern nicht im erwarteten Ausmass geflossen sind, erzielt die Gemeinde Gränichen im Jahr 2014 ein besseres Rechnungsergebnis als budgetiert. Bei einem betrieblichen Aufwand von 20,5 Millionen Franken ohne Abschreibungen beträgt das Gesamtergebnis der Erfolgsrechnung 1,9 Millionen. Unter dem Strich resultiert gegenüber dem Budget ein um fast 590 000 Franken besseres Gesamtresultat. «Das ist sehr erfreulich», sagt Gemeindeammann Rolf Arber. Es sei auch ein Verdienst der Abteilungen, die mit den finanziellen Ressourcen haushälterisch umgegangen seien.

Die Nettoinvestitionen sind aufgrund von Projektverzögerungen um 2 Millionen Franken tiefer als vorgesehen ausgefallen, die Eigenwirtschaftsbetriebe nicht eingerechnet. Dies habe sich kurzfristig positiv auf die Liquidität ausgewirkt, stellt der Gemeinderat fest.

Dorfzentrum Linde neu bewertet

Negativ hat sich dafür das neue Rechnungsmodell HRM2 auf das Nettovermögen ausgewirkt. Der Wert des Finanzvermögens musste um 2,5 Millionen Franken nach unten korrigiert werden. Nachdem bereits früher eine Wertkorrektur für das Dorfzentrum Linde vorgenommen werden musste, wird dieses nochmals um 1,2 Millionen tiefer bilanziert. Das Nettovermögen beträgt noch 1,37 Millionen Franken.

Einbruch bei den Steuern

Nachdem der Steuerertrag in den vergangenen vier Jahren immer gewachsen ist, muss eine Reduktion in Kauf genommen. «Vor allem die Eingänge der Aktiensteuern sind ernüchternd», stellt Rolf Arber fest. Mit 302 000 Franken seien sie so tief wie seit zwanzig Jahren nicht mehr.

Das kantonale Steueramt begründet den Einbruch mit Rückzahlungen respektive zu hohen provisorischen Steuerrechnungen in den Vorjahren für einen einzelnen grösseren Steuerzahler. Auch diverse weitere Firmen hätten kleinere Gewinne erzielt, schreibt der Gemeinderat. Ob es sich um einen einmaligen Effekt handelt, kann noch nicht beurteilt werden. Aber auch die Steuereingänge der natürlichen Personen sind zurückgegangen. Mit 15,7 Millionen Franken wurde der Budgetwert allerdings nur knapp verfehlt.

Unter Berücksichtigung der vorhandenen Reserven sei die finanzielle Lage der Gemeinde kurz- und mittelfristig noch unproblematisch, stellt der Gemeinderat zuhanden der Gemeindeversammlung fest. Damit die geplanten Investitionen finanziell verkraftbar sind, müssten aber langfristig Massnahmen getroffen werden.

Im Moment sei es aber schwierig, aus der Rechnung 2014 Konsequenzen für die nächsten Jahre abzuleiten, sagt Arber. Wichtig wäre, dass mit den Steuern wenigstens die laufende Rechnung bestritten werden könnte. Die Gemeindeversammlung dazu findet am Freitag, 12. Juni, statt.