Das war eigentlich keine Gemeindeversammlung am Freitagabend. Eher ein Dorffest, eine Familienfeier. Fast 15 Prozent der Stimmberechtigten (174 von 1201) und zahlreiche Gäste von ausserhalb waren gekommen, um Peter Frei zu verabschieden, der nach 18 Jahren Baukommission und anschliessend 20 Jahren als Ammann Ende Jahr aufhört. Natürlich mussten die ordentlichen Traktanden erst noch abgehandelt werden – etwa ein 384 000-Franken-Kredit für Strassen- und Werkleitungssanierungen. Frei, der «schon ein bisschen ein komisches Gefühl» verspürte an seiner 41. und letzten Gmeind, führte gut gelaunt durch die Versammlung. Er habe in den letzten 20 Jahren viele schwierige Geschäfte erklären müssen, sagte er. Aber zu erläutern, warum der Steuerfuss bei 92 Prozent bleibt und das faktisch eine Steuererhöhung um 3 Prozent bedeute, sei die Krönung. «Alles klar? Vermutlich nicht», sagte er, und bat die Stimmbürger um Vertrauen in den Gemeinderat. Sie genehmigen das Budget.

Von Politkomiker Edgar Zimmermann erfuhren die Anwesenden, dass Peter Frei ein grosses Herz für Tiere habe («In seinem Haus hängen lauter Geweihe»), dass Frei in der Feuerwehr löschen gelernt habe («den Durst») und dass eins seiner Bonmots sei, dass Biberstein keinesfalls mit Aarau fusionieren könne, Aarau habe schliesslich nur ein Schlössli und Biberstein ein Schloss.

Danach wurde es rührend: Vizeammann Martin Hächler würdigte Peter Frei, etwa für seinen Gerechtigkeitssinn. «Es war mir eine Ehre, euer Ammann zu sein», sagte Frei. Er dankte allen voran den beiden Gemeindeschreibern, die er während seiner Amtszeit hatte – Peter und Stephan Kopp –, sowie seiner Frau Brigitte. Die Stimmbürger verliehen dem Ehepaar einstimmig das Ehrenbürgerrecht, Frei schenkte seiner Gemeinde eine junge Eiche – sein Lieblingsbaum. Und während eine junge Sängerin Freis Lieblingslied sang («Zeit zu gehen»), wurde der Ammann von Kindern mit Rosen beschenkt. Wetten, dass das eine oder andere Auge im Saal nicht trocken blieb?