Aarau

Die Aargauer Offiziersgesellschaft spricht sich für Kaserne in Aarau aus

Die Aargauer Offiziersgesellschaft setzt sich für den Erhalt der Kaserne ein.

Die Aargauer Offiziersgesellschaft setzt sich für den Erhalt der Kaserne ein.

Solange die Milizarmee Teil des Volkes ist, gehören auch Kasernenareale zu unseren Städten und Dörfern, schreibt die Aargauer Offiziersgesellschaft. Sie setzt sich für den Erhalt der Kaserne in der Stadt Aarau aus.

Am Montag hat der Aarauer Einwohnerrat das Postulat «Aarau will das Rekrutierungszentrum nicht» mit 30 zu 17 Stimmen überwiesen (aargauerzeitung.ch berichtete). Das Postulat will eine rein zivile Nutzung der Aarauer Kaserne. Das Eidgenössische Bundesamt für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sieht im neuen Stationierungskonzept ein Rekrutierungszentrum in Aarau vor.

Die bürgerlich-rechte Ratshälfte wehrte sich gegen das Postulat. Allen voran Beat Krättli (SVP). Niemand frage sich, wie stark die Übernahme des Kasernenareals die Stadtkasse belasten würde, sagte er in der Einwohnerratssitzung. Er rechnete vor, dass das lokale Gewerbe aus der Präsenz des Militärs in Aarau jährlich 48 Millionen Franken ziehe.

Offiziersgesellschaft setzt sich ein

Am Mittwochmorgen meldete sich nun auch die Aargauer Offiziersgesellschaft (AOG) mit einer Medienmitteilung zu Wort. Sie spricht sich für den Erhalt der Kaserne in der Stadt Aarau aus. Solange die Milizarmee Teil des Volkes sei, gehörten auch Kasernenareale zu den Städten und Dörfern.

Die AOG wehrt sich gegen «eine Verbannung des Militärs aus der Kantonshauptstadt». Aus der Sicht der AOG gäbe es heute keinen Handlungsbedarf, das Kasernenareal umzunutzen, sagt AOG-Sprecher Reto Müller. «Es gibt keinen Landbedarf der Stadt.» Und letztlich könne das historische Kasernengebäude nur sehr beschränkt umgenutzt werden, so Müller.

Aarau eigne sich besonders

Durch die zentrale Lage und gute Verkehrsanbindung eigne sich Aarau besonders für einen Militärstandort, schreibt die AOG in der Mitteilung. Und wie Krättli weist auch die AOG auf den Profit hin, den das lokale Gewerbe und das Gastgewerbe durch das Militär erwirtschaften könne. «Dort, wo genügend Soldaten konzentriert sind, profitiert das lokale Gewerbe wie Bäcker und Metzger. Das ist der AOG wichtig», sagt Müller.

Dass aber mit dem geplanten Umzug des Rekrutierungszentrums nach Aarau so oder so weniger Militär in Aarau wäre und so auch das Gewerbe weniger davon profitieren könnte, lässt die AOG nicht gelten. Wie sich die Auslastung des Waffenplatzes Aarau gestalten werde, müssen noch genau geprüft werden, sagt Müller. «Es ist richtig, dass die Durchdiener-Schulen Aarau gegenwärtig mehr bringen als ein Rekrutierungszentrum, so, wie es in Windisch betrieben wird», gibt Müller zu. Doch die AOG wüsste, wie man dies ändern könnte: «Mit WK-Truppen, einem zusätzlichen Kurskommando oder mit mehr Rekrutierungen.»

Tradition ist wichtig

Letztlich sei der AOG auch die Tradition wichtig. Und diese spreche für eine Weiterführung des Militärbetriebes, schreibt die AOG. Aarau habe als Garnisonsstadt eine lange Geschichte. Und dieses Erbe solle im viertgrössten Kanton der Eigenossenschaft respektiert werden. «Historische Gebäude sollen nicht nach Belieben umgenutzt werden, sondern ihre ursprüngliche Zweckbestimmung erhalten», heisst es weiter in der Mitteilung.

Die AOG weist auch darauf hin, dass mit den Militärstandorten auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Die Aargauische Offiziersgesellschaft vertritt die Interessen der Milizoffiziere aus dem Aargau. Sie umfasst die sieben Sektionen Aarau, Baden, Brugg, Lenzburg, Freiamt, Fricktal und Zofingen.

Stadtrat will attraktive Nutzung

Während die AOG für den Erhalt der Kaserne in Aarau plädiert, ist der Aarauer Stadtrat der Meinung, dass das Rekrutierungszentrum der Stadt wenig Nutzen bringen würde. «Für den Kanton als Eigentümer und die Kantonshauptstadt als urbanen Raum bietet sich auf dem Kasernenareal die einmalige Chance für die Ansiedlung attraktiver Nutzungen mit hoher Wertschöpfung», schreibt der Stadtrat der Regierungsrätin Susanne Hochuli, die sich für das Rekrutierungszentrum in Aarau einsetzt. Die neue Aarauer Stadtpräsidentin Jolanda Urech verteidigt die Haltung des Stadtrats. Sich jetzt darüber Gedanken zu machen, da das Stationierungskonzept zur Diskussion stehe, könne nicht falsch sein.

2030 läuft der Mietvertrag des VBS mit dem Kanton aus. Die Arealentwicklung soll nach Abzug der Durchdiener sukzessive umgesetzt werden. (kel/jam)

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