Gränichen

Die Aargauer Kuh «Arosa» erhält für ihre Milch die Note 6

Matthias Haller mit seiner neunjährigen Kuh Arosa im Stall

Matthias Haller mit seiner neunjährigen Kuh Arosa im Stall

Der 10 Jahre alte Viehzuchtverein Wyne und Seetal lädt zum zweiten Mal in seiner Geschichte zu einer Viehschau – die Kuh Arosa nahm schon 2006 als Kalb daran teil.

Zusammen mit 28 anderen Kühen lebt sie auf der Gränicher Liebegg: die Red-Holstein-Kuh Arosa. Ihre Milch haben schon viele getrunken.

Denn diese landet bei den Milchproduzenten Mittelland und schliesslich bei Emmi – und so zum Beispiel in einem der kalten Milchkaffees, die der Milchgigant täglich in mehreren Ländern Europas verkauft.

Doch zurück auf den Hof: «Arosa ist meine Lieblingskuh», sagt der 15-jährige Matthias Haller. 2006 hat er sie, verkleidet als Robin Hood, am Kälberwettbewerb an der ersten Viehschau des Viehzuchtvereins Wyne und Seetal präsentiert, dem grössten Viehzuchtverein im Kanton Aargau. Der Verein entstand im November 2004 bei der Fusion von sieben Viehzuchtgenossenschaften.

Schon 2006 führte Matthias Haller seine Kuh Arosa an der ersten Viehschau des grössten Aargauer Viehzuchtvereins vor. Damals war Arosa erst zwei Monate alt.

Schon 2006 führte Matthias Haller seine Kuh Arosa an der ersten Viehschau des grössten Aargauer Viehzuchtvereins vor. Damals war Arosa erst zwei Monate alt.

154 Milchkühe treten nun am übernächsten Samstag an der zweiten Viehschau des Vereins auf der Gränicher Liebegg an, dort also, wo auch Arosa lebt. Die Kühe messen sich in fünf Wettbewerben.

Die wichtigste Auszeichnung ist die Miss Wyne und Seetal: Diese Kuh ist die schönste. Sie muss vor allem gut gebaut sein. Miss Lebensleistung wird hingegen die Kuh, die in ihrem Leben am meisten Milch gab. Weiter gibt es die Miss Schöneuter und die Miss Protein. Und die Miss 1. Laktation wird eine jener Kühe, die erst einmal gekalbt haben.

Auch wenn es die Missen-Titel vermuten lassen: Um Schönheit im ästhetischen Sinne geht es den Züchtern nicht, grosse Hörner oder ein schönes Fleckenmuster zählen nicht. Viehzüchter orientieren sich an 24 anderen Kriterien, die zeigen, ob die Kuh gesund, produktiv und fruchtbar ist. «Es geht darum, den Zuchtzielen am nächsten zu kommen», sagt Christian Hauri, der Präsident des Viehzuchtvereins.

Arosa zum Beispiel hat laut ihrem Eintrag im Schweizerischen Herdenbuch nicht nur einen Milchcharakter und einen Knochenbau, der die Note 6 verdient.

Sie erhält auch die Note 5 für ihre Beckenneigung: Das heisst, ihr Becken ist so geneigt, dass das Kalb bei der Geburt relativ gut herausrutschen kann. Um eine möglichst problemlose Geburt zu gewährleisten, ist es auch wichtig, dass das Becken breit ist. Und eine optimale Stellung der Beine ermöglicht der Kuh ein langes Leben.

Matthias Haller mit seiner neunjährigen Kuh Arosa.

Matthias Haller mit seiner neunjährigen Kuh Arosa.

Für die Milchproduktion hingegen ist ein starkes Zentralband von Vorteil: Dieser Strang aus Bindegewebe hält das Euter zusammen. Ist er stark, bleibt das Euter lange in Form: Es wird nicht lotterig und die Kuh kann bis ins hohe Alter Milch geben, nachdem sie ein Kalb geboren hat.

Arosa zum Beispiel wird Mitte November zum achten Mal ein Kalb auf die Welt bringen, denn im Februar wurde sie das letzte Mal besamt.

Und wie kommen die Viehzüchter auf die Namen der Kühe? «Wir diskutieren die Namen zusammen am Familientisch. Der Anfangsbuchstabe ist immer der gleiche wie bei der Mutter», sagt Hansjörg Haller, der Vater von Matthias.

Arosas Mutter heisst Amanda, ihr Vater Dragster – so wie die Rennwagen, die innert Sekunden auf über 500 Kilometer pro Stunde beschleunigen.

Auch die Namen der anderen 153 Kühe sind speziell: Fanta, Ouistiti, Sunrise, Kuba – alles ist vorhanden. Neben Kuhliebhabern sollen auch Schwingerfans an die Viehschau kommen: Schwingerkönig Kilian Wenger moderiert den Kälberwettbewerb und gibt Autogramme. Hauri erwartet je nach Wetter zwischen 600 und 1000 Gäste.

Viehschau auf der Liebegg in Gränichen: Am Samstag, 18. April, ab 9 Uhr.

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