Sie ist das neue Wahrzeichen von Aarau, die «Wolke», die den Bushof am Bahnhofplatz Aarau überdacht. Der früher überstellte Bahnhofplatz ist zu einem grosszügigen Ort geworden. Am kommenden Samstag wird er eingeweiht.

Der Bahnhof Aarau ist die zentrale Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs für die Region. Täglich benutzen ihn über 20 000 Bahn- und Busreisende. Nach dem Bahnhofneubau wurde deshalb auch der Bahnhofplatz mit einem Busterminal von Grund auf neu gestaltet. Alle Busse fahren nun auf dem zentralen Bushof ein und aus. Die Verkehrssituation wurde grundlegend neu gestaltet. Am auffälligsten sind die Taxistandplätze am Haupteingang und die unterirdische Vorfahrt für den Bahnhof sowie die Umlegung der Zufahrtsrampe des Bahnhofparkings in die Poststrasse.

Stimmung einer Waldlichtung

Doch das Bild des neuen Bushofs prägt die «Wolke». Ihre organische Form mit dem Durchblick zum Himmel in seiner Mitte entspringe der Idee, den Platz nach oben nicht zu begrenzen, erklärt Stefan Jauslin (Vehovar & Jauslin Architektur AG). Seine Partnerin Mateja Vehovar fügt an: «Wir wollten eine räumliche Stimmung erzeugen, die derjenigen einer Waldlichtung ähnlich ist.»

Um die Passagiere in einer hellen und freundlichen Umgebung zu empfangen, wurde ein leichtes, lichtdurchlässiges Material gewählt. Dank der blauen Folie sollte immer ein Stück blauen Himmels über den nebelgeplagten Passagieren schweben. Die Architekten – und mittlerweile wohl auch die Passanten und Passagiere – sind überzeugt, dass das Dach «Leichtigkeit ausstrahlt und fröhlich macht».

Grosse Veränderung in den 70er-Jahren

Der Bahnhofplatz hat eine lange Entwicklungsgeschichte. Stadtbaumeister Felix Fuchs hat sie massgeblich mitgeprägt: «Eine komplette Veränderung erfuhr der Bahnhofplatz Anfang der 1970er-Jahre, als der motorisierte Verkehr immer mehr Platz für sich beanspruchte.» Ein Bahnhofparking, Unterführungen und das Hotel Aarauerhof wurden gebaut.

Der Platz wurde angehoben, sodass das mehrfach umgebaute und erweiterte Bahnhofgebäude seinen Sockel und seine Vortreppen verlor. Das Schützendenkmal wurde an den Rand des Platzes versetzt und der einst leere weite Platz mit Verkehrssignalen, Parkplätzen, Taxiständen, Rabatten, Fahnenstangen, Pflanzenkübeln, Sitzbänken und einem provisorischen Bahnreisezentrum völlig überstellt. Tempi passati.