Aarau
Die Aarauer möchten gerne fusionieren, die Gemeinden eher weniger

Eine Bevölkerungsbefragung untermauert den guten Willen der Stadt den Nachbarn gegenüber. Allerdings haben nur drei umliegende Gemeinden den «Zukunftsraum Aarau» unterzeichnet. Küttigen denkt nochmals darüber nach.

Sabine Kuster
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Fusion mit Aaraus Nachbargemeinden

Fusion mit Aaraus Nachbargemeinden

Stadt Aarau

Weder aus Suhr noch aus Buchs und schon gar nicht aus Küttigen gibt es momentan freundliche Zeichen, dass die Gemeinden auch politisch näher zur Zentrumsstadt Aarau rücken möchten, nachdem die Siedlungsflächen bereits nicht mehr auseinanderzuhalten sind.

Von den direkt an Aarau grenzenden Gemeinden haben nur Erlinsbach, Biberstein und Unterentfelden die neue Grundsatzvereinbarung des «Zukunftsraumes Aarau» unterzeichnet. Suhr zeigt sich zwar gesprächsbereit, unterzeichnet aber nicht, Küttigen und Buchs sind aus dem Projekt ausgetreten.

Die Bevölkerungsbefragung der Stadt Aarau vom Mai 2013, die jetzt ausgewertet ist, zeigt hingegen, dass die Aarauer allfälligen Fusionen mit den Nachbarn positiv gegenüber stehen.

Familien: Deutsche sind unzufrieden

Die Bevölkerungsbefragung unterstreicht ein bekanntes Defizit in Aarau: Im Stadtteil Rohr gibt es zu wenig Betreuungsangebote für Kinder. Die Zufriedenheit ist bezüglich familienergänzende Tagesstrukturen tiefer als in anderen Stadtteilen.

Es zeigt sich allgemein, dass den Schweizern diese Angebote weniger wichtig sind als den Ausländern. Da sind es vor allem jene aus Nordeuropa, welche die Angebote vermissen.

Ausländer aus den alten Herkunftsländern wie Südeuropa, Westbalkan und Türkei, finden solche Angebote zwar noch wichtiger, sie sind jedoch zufrieden mit dem Vorhandenen.

Bezüglich Spielplätze gibt es auf dem Stadtgebiet einen Unterschied: Im Zentrum ist man unterdurchschnittlich zufrieden mit dem Spiel-Angebot. (kus)

Küttigen will vielleicht doch

Die Stadt nimmt das Ergebnis als Bestätigung, für dass Bestreben, die Zusammenarbeit mit den Nachbarn zu intensivieren.

Der «Zukunftsraum Aarau» prüft in einer nächsten Phase zwei Optionen, um den «funktionalen Raum Aarau» zu stärken: Fusion oder verstärkte Kooperation. Bei beiden sollen in Zusammenarbeit mit einer externen Leitung die Vor- und Nachteile aufgezeigt werden. Momentan liegen vier Offerten für eine solche externe Leitung vor. Diese werden nun vom Steuerungsgremium des Projektes geprüft.

Ein positives Zeichen gab es im Januar aus Küttigen dann doch noch: SP-Präsidentin Marianne Schmid reichte über 500 Unterschriften für eine Abstimmung an der Urne ein. Am 18. Mai sollen die Küttiger definitiv entscheiden, ob die Gemeinde nicht doch noch beim Zukunftsraum Aarau mitmachen und über eine Fusion nachdenken soll.