Aarau

Die Aarauer Kunsteisbahn droht nun nicht mehr einzustürzen

Die Zeiten, als die Decke der Kunsteisbahn (Keba) bei zu viel Neuschnee einzustürzen drohte, sind vorbei. Seit Sonntag ziehen die Eiskunstläufer ihre Runden unter einem neuen Dach.

Hana blickt nach oben. «Das ist viel schöner als vorher», sagt das Mädchen mit dem violetten Oberteil und dem schwarzen Stirnband über den Augen. Ihre Kollegin Elissa nickt. «So macht ‹Schlittschüele› noch viel mehr Spass!» Hana und Elissa sind Mitglied beim Eislauf Club Aarau und gehören zu den ersten Eisläufern, die unter dem neuen Dach der Kunsteisbahn Aarau über die spiegelglatte Fläche sausen.

Am Sonntag war Saisoneröffnung, und mancher Besucher, der sich dieser Tage die Schlittschuhe an die Füsse schnallt, staunt: Das in grau gehaltene Dach wirkt modern – kein Vergleich zu den braunen Eternitplatten, die zuvor die Eishalle überdeckt hatten. Zudem ist es in der Halle nun heller bei einem kleineren Stromverbrauch: Die 44 Lampen mit 1000-Watt-Leistung wurden durch 50- und 70-Watt-LED ersetzt.

Probleme bei Neuschnee

Auch Keba-Betriebsleiter Otmar Hochuli freut sich über das Dach – vor allem, weil damit ein grosses Problem gelöst ist. «Jetzt müssen wir keine Angst mehr haben, dass Teile des Daches einstürzen.» Nach über 50 Betriebsjahren waren die Eternitplatten auf dem Runddach brüchig geworden und mussten regelmässig ausgetauscht werden. Bei Neuschnee stieg das Keba-Team deshalb in den vergangenen Jahren über ein Gerüst aufs Dach und wog mit einem normierten Verfahren die Schneemenge. 50 Kilogramm pro Quadratmeter waren das Limit. Wurde es überschritten, drohte die Schliessung. «Glücklicherweise mussten wir diese Massnahme nie ergreifen», sagt Otmar Hochuli.

Hohe Investitionen

Das Dach ist nur ein Teil der 21 Millionen Franken teuren Keba-Sanierung, welche die Stadt Aarau nach Abzug der Beiträge der Nachbargemeinden Buchs und Suhr sowie weiterer Gemeinden und des Kantons mit 13,7 Millionen finanziert. Im Rohbau fertiggestellt ist die neue Garderobe hinter dem Hauptgebäude. Der Anbau ragt durch die hintere Wand in die Halle. Jetzt beginnt der Innenausbau.

Mit Hochdruck wird zudem am neuen Aussenfeld auf der Rückseite der Halle gebaut. Diese ist planiert, als Nächstes folgen die Deckschichten. Abschliessend erhält das Feld ein lichtdurchlässiges Dach. «So können Schüler und Schlittschuhverrückte auch bei Regen ihre Runden drehen», sagt Otmar Hochuli.

Neben dem Aussenfeld entsteht ein weiteres Gebäude, in welchem die Kasse, das Restaurant sowie die Garderoben für den angrenzenden Fussballplatz untergebracht werden. Der Fussballplatz ist bereits fertiggestellt.

Von all diesen Bauarbeiten werden die Eisläufer in der aktuellen Saison wenig merken. Die Halle und das alte Aussen-Eisfeld können normal genutzt werden. Grössere Einschränkungen gibt es erst in der Saison 2016/17. Dann wird die Halle komplett umgebaut. Stattdessen können die Eisläufer dann erstmals ihre Runden auf dem neuen Aussenfeld drehen. Per Saison 2017/18 ist dann die ganze modernisierte Anlage in Betrieb.

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