Aarau
Die Aarauer Kläranlage kriegt ihr Fett ab

In der Kläranlage Aarau (ARA) ist mit dem Bau der neuen Reinigungsstufe begonnen worden. Die Inbetriebnahme ist Ende November vorgesehen.

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Die Baugrube für die neue Klärstufe in der ARA ist ausgehoben. zvg

Die Baugrube für die neue Klärstufe in der ARA ist ausgehoben. zvg

Die ARA Aarau hat im Gegensatz zu anderen Kläranlagen vergleichbarer Grösse keinen Fettabscheider und kämpft deshalb seit Jahren mit Fettfrachten in der mechanischen und biologischen Reinigungsstufe.

Obwohl Optimierungen in der Abwasservorbehandlung bei den angeschlossenen Industrien laufend erfolgen, wurden die Probleme nicht ausreichend ausgemerzt. Die Abwässer der rund 65000 angeschlossenen Einwohner, Restfrachten aus Industrie und Gewerbe und nicht voraussehbare Havarien im Einzugsgebiet hätten eine konstante Fettbelastung des Abwassers mit sich gebracht, teilt der Abwasserverband mit.

Nun soll diese Fettfracht mittels einer zusätzlichen Verfahrensstufe (Mikroflotation), die auf rein physikalischer Basis funktioniert, reduziert werden. Der Abwasserverband Aarau und Umgebung (AVAU) hat dafür einen Baukredit von 4,4 Millionen Franken bereitgestellt.

Die neue Reinigungsstufe wird die Kläranlage entlasten. Es ergibt sich dadurch mehr Reservekapazität für die Entwicklung im Einzugsgebiet. Das ausgeschiedene Fett dient der Gasproduktion. Mit dem Klärgas wird elektrischer Strom erzeugt. Die Abwärme dient als Prozesswärme für die ARA und zur Warmwasseraufbereitung in zwei Telli-Wohnblöcken.

Ehrgeiziges Bauprogramm

Für die Klärstufe wird eine dreiteilige Stahlbetonkonstruktion zwischen dem bestehendem Sandfang und der biologischen Reinigungsstufe erstellt. Im angrenzenden neuen Betriebsraum werden die notwendigen Aggregate wie Pumpen, Drucklufterzeuger und Steuerungen installiert.

Das Bauprogramm sei ehrgeizig, schreibt der Abwasserverband. Durch die Überlappung der einzelnen Bauphasen insbesondere bei den Betonierarbeiten müssten quasi zwei Baustellen parallel betrieben werden. Erschwerend sei, dass der Betrieb der ARA ohne Unterbruch sichergestellt werden müsse. (az)

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