Keba-Debakel
Die Aarauer Eishalle muss ab sofort abends schliessen

Jetzt ist eingetroffen, was die Verantwortlichen und Sportvereine befürchtet haben. Die Kunsteisbahn Aarau müsste nach einem Entscheid des Kantons ab heute um 16:30 Uhr schliessen. Die Einsprecher aus dem Quartier konnten sich durchsetzen.

Urs Helbling
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Die renovierte Halle der Kunsteisbahn Aarau – einen Tag, bevor diese täglich um 16.30 Uhr schliessen muss: Buben spielen Eishockey und Mädchen trainieren Eiskunstlauf.
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Kinder auf dem gedeckten Aussenfeld.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).
Impressionen aus der Keba Aarau
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).
Die Fussballplätze vor dem Keba-Komplex im Aarauer Brügglifeld.
Impressionen von den Fussballplätzen, die zum Keba-Komplex gehören.
Impressionen von den Fussballplätzen, die zum Keba-Komplex gehören.
Impressionen von den Fussballplätzen, die zum Keba-Komplex gehören.
Impressionen von den Fussballplätzen, die zum Keba-Komplex gehören.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau.
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).
Impressionen aus der Kunsteisbahn (Keba) Aarau (Aussen-Eislaufeld).

Die renovierte Halle der Kunsteisbahn Aarau – einen Tag, bevor diese täglich um 16.30 Uhr schliessen muss: Buben spielen Eishockey und Mädchen trainieren Eiskunstlauf.

Mario Heller

Lichterlöschen auf der Kunsteisbahn Aarau (Keba): Ab sofort müsste die 20,7 Millionen Franken teure Anlage um 16.30 Uhr geschlossen werden. Die Beschwerde des Keba-Verwaltungsrates ist vom Kanton abgelehnt worden – und das überraschend rasch. Das bestätigte das Beaudepartement der az.

Der Verwaltungsrat führt am Donnerstagnachmittag eine Krisensitzung durch, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Falls er die Sportanlage abends weiterhin öffnet, riskiert er eine Anzeige und im Extremfall sogar einen Polizeieinsatz.

Leidtragende der ganzen Entwicklung sind die Hockeyaner und die Eiskunstläufer, die jetzt abends nicht mehr trainieren können. Die Zukunft der beiden Clubs mit Hunderten von Mitgliedern ist in Frage gestellt.

Fehler im Baugesuch

Die Vorgeschichte: Bei der Formulierung des ersten Baugesuches für die Totalsanierung der Keba ist der Stadt Aarau und dem Totalunternehmer Priora ein Fehler unterlaufen. Als Betriebszeit wurden die Zeiten des öffentlichen Eislaufes eingetragen (bis 16.30 Uhr). Mit einem Zweiten Baugesuch versuchten die Behörden im März 2016 ihr Versäumnis auszubügeln. Aber dagegen gingen rund 100 Einsprachen ein. Diese sind noch nicht behandelt.

Start im November

Ende November wurde die Anlage eröffnet - und so betrieben, wie es im zweiten Baugesuch vorgesehen wäre (Betriebszeiten bis am späten Abend). Das passte den Einsprechern nicht: Sie machten so viel Druck auf die Keba-Standortgemeinde Suhr, dass diese handeln mussten. Der Gemeinderat Suhr verfügte die Einhaltung der ersten Baubewilligung (Betriebsschluss 16.30 Uhr) und er entzog seiner Verfügung die aufschiebende Wirkung.

Gegen Letzteres reichte die Keba beim Kantonalen Baudepartement Beschwerde ein. Dieses hat nun ­- in einem Zwischenentscheid - die Suhrer Verfügung gestützt (keine aufschiebende Wirkung).

Das kann Jahre dauern

Darum muss der Betrieb auf der Keba ab sofort um 16.30 Uhr eingestellt werden. So lange, bis allenfalls das zweite Baugesuch (verlängerte Öffnungszeiten) rechtsgültig bewilligt ist. Das könnte Jahre dauern, weil die Fronten verhärtet und die Einsprecher ihre Hartnäckigkeit schon einmal bewiesen haben.

Der Keba-Verwaltungsrat könnte die Entscheid des Baudepartementes ans Verwaltungsgericht weiterziehen. Doch auch das hätte keine aufschiebende Wirkung.

Stadtrat Hanspeter Hilfiker gibt im Interview mit der az Fehler zu und hofft auf Kompromissbereitschaft der Einsprecher.

Die Hintergründe des Keba-Streits

Die Kunsteisbahn Aarau (Keba) ist 1959 eröffnet worden – als offenes Eisfeld. 1974 wurde die Halle mit den markanten Holzträgern gebaut. 2015/16 wurde der Komplex für 20,7 Millionen Franken totalsaniert. Es gab neu ein überdecktes Aussenfeld. Einweihung war im letzten November.

Für die Sanierung waren 2011 und 2014 zwei Volksabstimmungen nötig. Grund: gestiegene Kosten. Bauherrin war die Stadt Aarau. An den Kosten beteiligten sich auch die Gemeinden der Region. Den Betrieb auf der Keba gewährleistete bis im Jahr 2016 eine Genossenschaft. Im letzten Herbst wurde diese aufgelöst und neu eine Aktiengesellschaft gegründet. Deren Aktien gehören den Gemeinden Aarau, Buchs und Suhr. Präsident ist der Suhrer Heinz Zaugg.

Bereits wegen des ersten Baugesuchs hatte es Verzögerungen gegeben. Mit dem zweiten Baugesuch (aufgelegt im März 2016) versucht die Stadt Aarau,
den Fehler bei den Betriebszeiten zu korrigieren: Keba-Betrieb bis 23.30 Uhr (inklusive eine halbe Stunde Eispflege).Die Keba liegt auf Suhrer Boden. Darum ist die Erteilung der Baubewilligung Sache der Gemeinde Suhr. (uhg)

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