Aarau

Die Aarauer Altersheime werden rundum erneuert

Das Altersheim Golatti liegt am Rande der Altstadt ideal, die alten Mauern lassen aber nur geringe bauliche Veränderungen zu. Alex Spichale

Das Altersheim Golatti liegt am Rande der Altstadt ideal, die alten Mauern lassen aber nur geringe bauliche Veränderungen zu. Alex Spichale

Das Golatti und das Herosé genügen den heutigen Standards nicht mehr. In den nächsten Jahren sollen sie erneuert werden. Beim Herosé steht sogar ein Neubau zur Diskussion.

«Das Haus Golatti gehört zum Häuserring um Aaraus Altstadt und bietet einen prächtigen Ausblick in den Schachen und die Jurazüge», liest man auf der Website dieses Aarauer Alters- und Pflegeheims.

Dank der Nähe zum Stadtzentrum sei der Weg zum pulsierenden Leben in den Gassen, Warenhäusern und Gaststätten bis ins hohe Alter möglich, heisst es weiter. Auch wenn da ein versierter Werbetexter am Werk gewesen sein dürfte, im Grundsatz mag die Botschaft niemand bezweifeln.

Wenn man aber weiter liest, kommen Zweifel auf: «Die Eigenart des Hauses in der Stadtmauer wurde in verschiedenen Umbauphasen zur Qualität, auch für ältere Menschen.»

So stimmt das wohl nicht mehr. Denn, was den Charme des Hauses ausmacht, macht auch Schwierigkeiten vor allem in der Pflege.

Darauf machte Stadtrat Michael Ganz aufmerksam, als er am Dienstagabend im Golatti-Keller Bewohner, Personal und Nachbarn über Umbaupläne informierte.

Am Standort, so viel steht fest, will man festhalten, auch wegen der Nähe zur Altstadt und dem schönen Ambiente. Zudem müsste das Golatti bei einer Umnutzung für teures Geld auch saniert werden.

Noch nichts in Stein gemeisselt

Beide Häuser, das Golatti wie das Alters- und Pflegeheim Herosé, das hinter dem Bahnhof nicht minder günstig liegt, genügen den heutigen Standards nicht mehr.

Die Abteilung Alter hat deshalb in den vergangenen drei Jahren umfangreiche Bedarfs- und Machbarkeitsstudien erarbeiten lassen und ist zum Schluss gekommen: Beide Standorte, Herosé und Golatti, sollen zwar weitergeführt werden, aber es wird erneuert, umgebaut und erweiteret und – darauf deuten die bisherigen Abklärungen hin – beim Herosé auch neu gebaut.

Noch ist nichts in Stein gemeisselt, nach den Grundlagenstudien tritt man jetzt erst in die eigentliche Planungsphase ein. Sicher ist, dass im Golatti die Wohnzimmer erneuert werden.

Nasszellen müssen eingerichtet, Liftanlage, Fenster und Beleuchtung erneuert werden. Das Haus bedarf einer räumlichen Neuorganisation. Das Energie- und Betriebskonzept wird optimiert. Bauliche Eingriffe oder eine Erweiterung, sind aber kaum möglich, das Haus steht unter Denkmalsschutz. Die Zimmer werden also nicht grösser.

167 000 Franken pro Zimmer

Stadtrat Michael Ganz geht von einem Investitionsbedarf von 4,5 Mio. Franken aus (plus/minus 25 Prozent, Teuerung nicht inbegriffen). Pro Zimmer wird mit Kosten von 167 000 Franken gerechnet.

Markus Fontana, Leiter Abteilung Alter, und Stadtrat Ganz hoffen, dass der Einwohnerrat den Baukredit im zweiten Quartal 2014 bewilligt, sodass anderthalb Jahre später das sanierte Haus bezogen werden könnte. Während der Bauphase würden die Bewohnerinnen und Bewohner voraussichtlich in Wohncontainern untergebracht.

Beim Alters- und Pflegeheim Herosé gibt es zwei Optionen: Sanierung oder Neubau. Bei einem Neubau käme es zur Rochade mit der Alterssiedlung Herosé. Das heisst: Die Alterssiedlung würde einem Neubau des Alters- und Pflegeheims Platz machen.

Nach dessen Inbetriebnahme würde das Altersheim abgebrochen, damit an diesem Standort neue Alterswohnungen realisiert werden könnten. Welches Vorgehen gewählt wird, soll nach dem Sommer entschieden werden. Der Neubau hätte den Vorteil, dass die Bewohner des Altersheims nur einmal umziehen müssten (keine Provisorien).

Für die Bewohner der Alstersiedlung allerdings müssten langjährige Wohnalternativen gefunden werden.

Heime finanzieren sich selber

«Der Umbau der Alterssiedlung Herosé wäre sehr unwirtschaftlich», erklärte Michael Ganz, «die Grundrisse könnten kaum verbessert werden.»

Also ist in diesem Fall ein Neubau gegeben, entweder am bisherigen Standort oder am Standort des Alters- und Pflegeheims. Ganz hofft, dass das Altersheim ab 2017 und die Alterssiedlung ab 2018 fertiggestellt werden könnten.

Die Abteilung Alter werde wie ein Eigenwirtschaftsbetrieb geführt, erklärte Ganz.

Die Heime müssen sich selber finanzieren. Steuergelder erhalten sie über die Pflegefinanzierung. Für das Golatti und das Herosé wird ein Investitionsfonds geäufnet. Dieser war Ende 2012 mit knapp 10 Millionen Franken dotiert.

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