Noch eine Woche, dann läuft die Beschwerdefrist für die Stadion-Bewilligung ab. Beschwerde erheben kann jetzt nur noch, wer schon vor der Baubewilligung Einsprache erhoben hat. Das sind vier Parteien: zwei Private, der Umweltverband VCS und eine Firma. Die Firma hat ihre Einwendung schon vor der Baubewilligung zurückgezogen, der VCS hat Ende Mai mitgeteilt, man sei mit den Auflagen zufrieden und fechte die Baubewilligung nicht an.

Nun schwenkt auch einer der privaten Einsprecher die weisse Fahne. Der Bewohner aus dem Gönhardquartier hatte durch das neue Stadion mehr Schleichverkehr im Gönhard befürchtet. Er wehrte sich schon lange vor dem Stadionprojekt gegen den Verkehr im Quartier und forderte ein Fahrverbot mit Zubringerdienst, wie jenes im Zelgli-Quartier, das seit über zehn Jahren besteht. 3500 Fahrzeuge befahren heute täglich die Herzogstrasse, ein grosser Teil ist Durchgangsverkehr. Laut dem verkehrstechnischen Gutachten würde mit der Entwicklung im Torfeld Süd die Anzahl Autos auf 4700 pro Tag steigen – ein Plus von 34 Prozent.

Noch Ende Mai sagte der Einsprecher, er werde eine allfällige Baubewilligung fürs Fussballstadion nicht anfechten, unter der Bedingung, dass der Stadtrat die Fahrverbotszone im Gönhard garantiere. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, weil der Schlussbericht des Kantons zu diesem Vorhaben erst Mitte Jahr erfolgt. Der Kanton ist involviert, weil die geplante Verkehrsbeschränkung im Gönhard auch die ans Quartier angrenzenden Kantonsstrassen betrifft.

Absicht des Stadtrates genügt nun

Ein Schreiben des Stadtrates vom 16. Juni genügt dem Anwohner nun aber, damit er das Verfahren nicht weiterzieht. Der Stadtrat bestätigt darin, dass er «weiterhin beabsichtigt, eine grossflächige Fahrverbotszone mit Zubringerdienst im Gönhardquartier zu realisieren». Nicht wegen des Lärms, sondern wegen des Umweltschutzgesetzes muss die Stadt die Emissionen des Verkehrs im Gönhard ohnehin begrenzen. «Wir hatten verschiedene Gespräche, der Brief war nun der entscheidende Punkt», begründet der Gönhardbewohner seinen Entscheid.

Es sei ihm klar, dass der Stadtrat noch keine Garantie abgeben könne, doch die Absichtserklärung genüge. Er betont, das Stadion an sich sei «kein Problem gewesen». Im Gegenteil ist es wohl so, dass das Stadionprojekt sein Anliegen unterstützt hat. Mit der Stadion-Einsprache konnte der Anwohner Druck erzeugen. Die klare und positive Antwort des Stadtrats kommt auf jeden Fall noch gerade rechtzeitig.

Einer ist noch übrig

Auf dem Weg zum definitiven Spatenstich des neuen Fussballstadions bleibt noch ein Einsprecher übrig. Ob der andere Anwohner die Baubewilligung anfechten wird, will er nicht sagen.

Die Einsprachefrist läuft am Mittwoch, 2. Juli ab. Da die Postzustellung abgewartet werden muss, könnte just am Maienzug Klarheit über die weitere Stadiongeschichte herrschen.