Aarau
Der Zukunftsraum Aarau kommt langsam aber sicher in die Schlussrunde

Im Sommer liegt der Schlussbericht der «Prüfungsphase» vor. Die grosse Frage lautet: Fusion oder verstärkte interkommunale Zusammenarbeit? An die Antwort tastet man sich in verschiedenen Etappen heran.

Hubert Keller
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Roger Meyer, Gemeindeammann von Densbüren: «Auch als Vertreter einer kleinen Gemeinde fühle ich mich ernst genommen.»

Roger Meyer, Gemeindeammann von Densbüren: «Auch als Vertreter einer kleinen Gemeinde fühle ich mich ernst genommen.»

zvg

Im Herbst 2014 sind in den Gemeinden mittels eines schriftlichen Fragebogens die Daten erhoben worden. Das Kompetenzzentrum für Public Management der Universität Bern, welches das Projekt begleitet, hat sodann die ersten provisorischen Ergebnisse in drei Fachgruppen, in denen Vertreter aller Gemeinden sowie des Kantons mitwirkten, erarbeitet. Die erfassten Daten werden noch mit persönlichen Gesprächen mit Vertretern der beteiligten Gemeinden, des Kantons sowie weiteren ausgewählten Anspruchsgruppen, wie Wirtschaftsverbände und Parteien, ergänzt. Im Sommer wird der Schlussbericht erwartet.

An ihrer letzten Sitzung hat die Projektsteuerung das weitere Vorgehen festgelegt. Die Projektsteuerung nimmt den Entwurf des Schlussberichts im Juni entgegen, die Schlussfassung im August. Am 17. September findet im Kultur- und Kongresszentrum (KuK) Aarau ein öffentlicher Anlass statt, an dem die Ergebnisse präsentiert und diskutiert werden. Im Anschluss daran werden die Gemeinden über die geprüften Optionen beraten und entscheiden, in welcher Form sie in Zukunft zusammenarbeiten möchten.

Seit drei Jahren wird am Projekt «Zukunftsraum Aarau» gearbeitet. Beteiligt sind Aarau, Biberstein, Buchs (seit dem 1. Januar dabei), Densbüren, Erlinsbach AG, Küttigen, Muhen, Oberentfelden, Schönenwerd, Suhr und Unterentfelden. Gränichen steht abseits.

Unterschiedliche Interessen

Gemeindeammann Roger Meyer vertritt im Projektsteuerungsausschuss die Gemeinde Densbüren. «Ich erlebe die Arbeit äusserst positiv. Auch als Vertreter einer kleinen Gemeinde fühle ich mich ernst genommen», sagt er. Es sei selbstverständlich so, dass die Gemeinden, vor allem auch in der Grundsatzfrage «Fusion ja oder nein», unterschiedlich gelagerte Interessen hätten. Und dass die Stadt Aarau eine Fusion eher suche als die Agglomerationsgemeinden, verstehe sich von selbst.

«Wer deshalb aber annimmt, die Stadt steuere den Prozess in ihrem Sinn, liegt falsch», betont Meyer. Der im vergangenen September in die Prüfungsphase geschickte Prozess bleibe ergebnisoffen. Zusammenarbeit oder Fusion, das zu entscheiden liege sowieso in der Zuständigkeit der Gemeinden.

Meyer stellt sich vor, nach der öffentlichen Informationsveranstaltung im September den Einwohnern seiner Gemeinde den Puls zu fühlen. Ob das an einem öffentlichen Anlass geschieht oder mittels Umfrage, weiss er noch nicht.

Damit das Projekt gelingen kann, müssen nicht nur harte Fakten stimmen, sondern auch die Soft-Faktoren in Einklang gebracht werden. Angst hat man in den Gemeinden vor allem von einem Identitätsverlust. An der Startveranstaltung zur Prüfungsphase im September benannte der Densbürer Vizeammann, Robert Wehrli, die Soft-Faktoren seiner Gemeinde: «persönlich, familiär, jeder kennt jeden, naturnah, offen, hohe Identifikation.»

Welche Emotionen solche Fragen auslösen können, hatte sich in Küttigen gezeigt. Dort hatte die Gemeindeversammlung entschieden, sich nicht zu beteiligen, worauf – mit heftigen Begleiterscheinungen – das Referendum ergriffen und im Mai letzten Jahres der Gemeindeversammlungsbeschluss gekippt wurde.

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