Ende 2017 will die nationale Netzgesellschaft Swissgrid die heutigen Standorte Laufenburg und Frick in Aarau zusammenziehen. Hinter dem Bahnhof plant die Credit Suisse Anlagestiftung Real Estate ein Bürogebäude, in das Swissgrid als Mieterin einziehen wird.

Gegenwärtig liegt das Baugesuch öffentlich auf. Es umfasst nebst dem neuen Swissgrid-Hauptsitz auch ein Wohngebäude mit 50 Wohnungen. Das Investitionsvolumen beträgt gesamthaft 94,5 Millionen Franken.

Der Entscheid, nach Aarau zu zügeln, hat im Fricktal für einige Unruhe gesorgt. Das Filetstück werde nach Aarau verschoben, die Schaltanlage, die Hochspannungsleitungen und den Elektrosmog dürften die Fricktaler behalten, hiess es.

«Wir haben den Standort Aarau sorgfältig evaluiert», sagt Walter Wirz, Leiter Transformation Office bei Swissgrid. «Es kamen auch andere Standorte infrage.» Nicht zuletzt wegen der Mitarbeitenden habe aber Aarau am besten abgeschnitten. Derzeit wohnen 220 der rund 370 Swissgrid-Angestellten im Aargau, in den beiden Basel, aber auch im Kanton Zürich.

Es sei zudem einfacher, Personal für den Standort Aarau zu gewinnen, der aus allen Landesteilen gut erreichbar sei. Für Swissgrid sei zentral, die Geschäftsbereiche Netzbetrieb sowie Netzinstandhaltung und -ausbau unter einem Dach zu vereinen.

Das neue Hauptgebäude der Swissgrid und das Wohngebäude kommen auf dem Gelände der ehemaligen Electrolux zwischen Bleichematt- und Herzogstrasse zu stehen.

Das Projekt ist Teil der dynamischen Stadtentwicklung. Das Quartier südlich des Bahnhofs liegt in der Verlängerung des Gebiets Torfeld Süd, wo nebst dem Stadion wichtige Gewerbe- und Wohnliegenschaften geplant sind oder bereits entstehen. Die Credit Suisse Anlagestiftung Real Estate erwarb das Grundstück Mitte 2011. Das Areal wird mit Grundstücken der Wynental- und Suhrentalbahn und der IBAarau Strom AG arrondiert.

Den Wettbewerb, den die Credit Suisse Anlagestiftung durchführte, gewann das Aarauer Architekturbüro Schneider & Schneider. Die städtebauliche Einbettung der Gebäude sowie die Erschliessung im Quartier seien bei diesem Projekt besonders anspruchsvoll gewesen, erklärt Architekt Beat Schneider.

Die alten Produktionshallen der Electrolux werden abgebrochen. Gegen das Abbruchgesuch ging nur eine Einwendung ein, die bereinigt werden konnte. Andreas Roth von der Credit Suisse Anlagestiftung hofft, dass auch das Baubewilligungsverfahren derart unkompliziert und ohne Verzögerung vonstattengeht. «Das Zeitkorsett, das die Swissgrid uns vorgibt, ist eng», sagt er.

Die Tiefgarage hat 189 Parkplätze. Das Projekt sieht zudem 156 Veloabstellplätze vor. «Wir werden unsere Angestellten mit einem Mobilitätskonzept zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr motivieren», sagt Walter Wirz, «gerade weil die Anbindung an den öffentlichen Verkehr derart gut ist.»

Sowohl das Büro- als auch das Wohngebäude sollen nach Minergie-P-Standard zertifiziert werden. Angestrebt wird zudem das greenproperty-Gütesiegel, das nebst ökologischen auch ökonomische und soziale Kriterien der Nachhaltigkeit berücksichtigt.