Aarau
Der Wunsch heisst: LED-Leuchten für die Telli

LED-Leuchtmittel sparen viel Strom. In der Telli aber kommen sie nicht zum Einsatz. Das kritisiert der Telli-Bewohner und pensionierte Innenarchitekt Charles Zäch.

Heidi Hess
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Strom sparen ist möglich: Bei Lampen im Park, in Eingangspassagen oder in Treppenhäusern.ANNIKA BÜTSCHI

Strom sparen ist möglich: Bei Lampen im Park, in Eingangspassagen oder in Treppenhäusern.ANNIKA BÜTSCHI

Annika Buetschi / AZ

Warum kann die Telli-Wohnsiedlung nicht eine Pionierrolle im Bereich Energie einnehmen? Das fragt sich Charles Zäch, pensionierter Innenarchitekt und Bewohner dieser Siedlung. Er setzt beim Energiesparen in der Telli auf die Beleuchtung: Man würde rund 20 Prozent Strom weniger brauchen, meint er, wenn man die Lampen im Park, in den Eingangsbereichen der vier Wohnzeilen oder in Garagen und Kellern mit LED-Leuchtmitteln ausstatten würde.

Ein kleines Aufleuchten als Pioniere beim Energiesparen in der Telli könnte die Stadt bewirken: Im Park müssen die Eigentümer und die Stadt die Lampen an den Fusswegen ersetzen. Vorgesehen sind LED-Leuchten. Dies sagt André Liniger, Leiter Zentrale Dienste bei der Stadt Aarau und Protokollführer im Forum.

Den Beschluss für ein neues Beleuchtungskonzept hätten die Forumsvertreter schon vor zwei Jahren gefasst, so Liniger. Die Gesamtkosten für die neuen Lampen belaufen sich auf 430000 Franken. Die Hälfte davon bezahlt die Stadt, die andere Hälfte entfällt auf die Eigentümer. Der Stadtrat allerdings hat diesen Posten aus Spargründen aus dem städtischen Budget 2013 gestrichen. Der Betrag soll nun beim Budget 2014 neu beantragt werden, sagt Liniger. «Die jetzigen Lampen können nicht mehr repariert werden, sie müssen ersetzt werden.»

Schwieriger wird es indessen in Bereichen wie Garagen oder Treppenhäusern. Telli-Bewohner Zäch meint jedoch, dieses Sparpotenzial könnte in einer Siedlung mit einem Einkaufszentrum, mit Arbeitsplätzen für die kantonale Finanzverwaltung und mit über 1000 Wohnungen, in der rund 3000 Menschen leben, zu einer relevanten Grösse werden.

Von welcher Grösse man dabei spricht, ist nicht in Erfahrung zu bringen. Bei der IBAarau (IBA) will man weder den Gesamtstromverbrauch für die Siedlung nennen, noch kann man den Verbrauch einzelnen Nutzungen (beispielsweise Licht) zuordnen. Der IBA-Medienverantwortliche Roland Dätwyler sagt: «Verbrauchsdaten sind sensitive Kundendaten, die wir nicht weitergeben dürfen.»

Feststeht: Mehrere Hundert Lampen beleuchten die Eingangsbereiche in den vier Telli-Wohnblöcken. Charles Zäch hat sie bei einem seiner Quartier-Spaziergänge hochgerechnet. Mehrere Dutzend Laternen stehen im Park und an Wegen. Deckenlampen beleuchten Korridore und Treppenhäuser zu den insgesamt über 1000 Wohnungen, genauso wie auch die Keller und Garagen. In den Wohnungen ist die Beleuchtung in Badezimmern, Korridoren und Küchen fest installiert. Zäch sagt: «Soweit ich es beurteilen kann, werden nirgends LED-Leuchtmittel verwendet.» Zwar kämen an vielen Orten Sparlampen zum Einsatz. Der Innenarchitekt meint trotzdem, hier dämmere immer noch ein Sparpotenzial von rund 20 Prozent vor sich hin. «Leider wird viel über die Energiewende geredet, aber zu wenig gemacht», sagt er.

Er hat sich aus beruflichen Gründen schon früh mit Stromschaltkreisen oder Beleuchtungssystemen befasst und sagt: «Das Einsparungs-Potenzial ist gewaltig.»

Die Umsetzung eines solchen Vorhabens allerdings, also sämtliche Lampen mit LED-Leuchtmitteln ausstatten, scheint alles andere als einfach. Für die über 1000 Wohnungen sind verschiedene Eigentümer zuständig: von Immobilienunternehmen wie Wincasa über die Aarauer Ortsbürgergemeinde bis hin zu einzelnen Wohnungseigentümern. Das bedingt, eine Konsensfindung in gemeinsam genutzten Bereichen wie etwa den Eingangspassagen.

135 Mietwohnungen im Haus Neuenburgerstrasse 7 bis 12 sind im Besitz der Ortsbürgergemeinde. Margrit Röthlisberger leitet dort die Sektion Liegenschaften. Sie sagt, dass die Ortsbürgergemeinde in ihren Treppenhäusern und auch in Eingangsbereichen überall Sparlampen oder SL-Röhren einsetze. Sie sagt auch, für den Einsatz von LED-Leuchtmitteln müssen die bestehenden Lampen ersetzt werden.

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