Wynental- und Suhrentalbahn
Der WSB-Chef will eine Barriere beim Unfall-Kreisel in Buchs

Nach der Kollision zwischen einem Auto und einem Zug in einem Kreisel in Buchs wird der Ruf nach einem sichereren Bahnübergang laut. «Es ist eine Frage der Zeit, bis eine Barriere nachgerüstet werden muss», sagt WSB-Direktor Mathias Grünenfelder.

Thomas Röthlin
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Wer den Kreisel Mitteldorf in Buchs befährt, muss das Rotlicht beachten, das vor dem kreuzenden Zug warnt.Toni Widmer

Wer den Kreisel Mitteldorf in Buchs befährt, muss das Rotlicht beachten, das vor dem kreuzenden Zug warnt.Toni Widmer

Toni Widmer

Am Mittwoch «klöpfte» es im speziellen Kreisverkehr in Buchs, wo die Strasse von der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) gekreuzt wird.

Die besondere Situation ist mit einer Ampel gesichert. Wenn sich die Bahn nähert, wird es für die Autos rot. Der Unfallfahrer hat nach ersten polizeilichen Erkenntnissen das Rotlicht übersehen, ist rechts in den Kreisel gefahren und dabei vom links herannahenden Zug erfasst und mitgeschleift worden. Er zog sich mittelschwere Verletzungen zu.

Laut WSB-Direktor Mathias Grünenfelder handelt es sich um den ersten registrierten Unfall im Buchser Kreisel, seit dieser vor zweieinhalb Jahren in Betrieb genommen wurde.

WSB-Bahn zerdrückt bei einem Bahnübergang in Buchs ein Auto
8 Bilder
WSB-Zug knallt in Buchs AG in Auto – Fahrer wird eingeklemmt
Der Fahrer wurde eingeklemmt und musste durch die Rettungskräfte befreit werden

WSB-Bahn zerdrückt bei einem Bahnübergang in Buchs ein Auto

Peter Rippstein

Jetzt wird der Ruf nach einer Entschärfung der Situation laut. «Es ist eine Frage der Zeit, bis auch hier eine Barriere nachgerüstet werden muss», sagt Grünenfelder auf Anfrage der Aargauer Zeitung.

Wenige hundert Meter nördlich der Unfallstelle ist eine Strasse zur Erschliessung des neuen Fussballstadion-Quartiers geplant.

Von Anfang an eine Barriere

Die WSB setzte sich im Einspracheverfahren durch, dass beim Kreisel mit der Verbindungsspange Buchs-Nord, durch den ebenfalls die Gleise führen werden, von Anfang an eine Barriere installiert wird.

Noch bis 2014 macht die WSB in einem Mehrjahresprogramm ihre Bahnübergänge sicherer. Die Regionalbahn hat in den letzten sechs Jahren 50 Übergänge saniert und einige aufgehoben.

Zudem wurde in den letzten zehn Jahren rund ein Drittel des 34 Kilometer langen Schienennetzes zusätzlich eigentrassiert. Trotzdem stagniert die Zahl der Unfälle bei rund 25 pro Jahr.

Grünenfelder bezeichnet diese Entwicklung angesichts des stark zunehmenden Bahn- und Strassenverkehrs unter dem Strich als «fortschrittlich». Sämtliche Unfälle zu verhindern, sei illusorisch.

Zwischen 2001 und 2011 hat die Zahl der Fahrgäste von gut vier auf knapp sechs Millionen zugenommen, für 2012 wird das Wachstum auf 3,5 Prozent geschätzt.

Bis 2030 rechnet Grünenfelder mit einem Plus von mindestens 50 Prozent. Die Nachfrage schlug sich im Angebot mit einem verdichteten Fahrplan nieder, mittelfristig sollen die Züge statt 80 neu 120 Meter lang sein.