Sibylle Marrer Viveiros und ihre Kollegin waren etwas irritiert, als sie am Donnerstagabend am Openair-Kino im Schachen Aarau auf den Filmbeginn warteten: Da sprang in einer Ecke etwas orientierungslos ein Wolfshund hin und her.

Die beiden Frauen werweissten noch, ob es ein Fuchs oder ein Wolf sein könnte, oder ein grosser Hund. Als Marrer dann zu Hause zufällig eine alte Zeitung durchblätterte, sah sie den Artikel über den ausgebüxten Wolfshund «Nixon» (wir berichteten). «Genau so sah er aus», sagt Marrer heute.

Hilfe ist kontraproduktiv

Tatsächlich handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um den Tschechischen Wolfshund, der vor rund drei Wochen bei einer Ausstellung in Aarau entlaufen ist.

«Wir wissen, dass er sich in der Nähe der Rennbahn, in einem Umkreis von etwa fünf Kilometern aufhält», sagt Jeanette Kehrer vom Schweizerischen Club für Tschechoslowakische Wolfshunde.

«Nixon» ist fast jeden Abend in der Gegend unterwegs, genau wie seine Besitzer. Es gestaltet sich aber schwierig, das Tier einzufangen. Bislang hat man es mit Lebendfallen versucht.

Dabei handelt es sich um Boxen, die sich verschliessen, sobald der Hund das darin liegende Fleisch fressen will. Allerdings hat das Tier keinen Hunger, weil viele Menschen versucht haben, es mit Würsten anzulocken.

«Es ist nett gemeint, dass sich so viele Leute an der Suche beteiligen wollen, aber es ist kontraproduktiv», erklärt Kehrer.

Kommt hinzu, dass die Leute durch den Wald laufen und nach Nixon rufen, was das Tier aber zusätzlich erschreckt. «Es ist wichtig, dass etwas Ruhe in das Ganze kommt, es ist besser, wenn die Leute das Einfangen uns überlassen», sagt Kehrer.

Warum wird dafür kein Betäubungsgewehr eingesetzt? «Das geht im Wald nicht, wir überlegen, ob wir es auf offenem Feld versuchen», sagt sie.

Offenbar sind dem Wolfshund aber nicht alle gut gesinnt. Erschreckend war für die Hundeliebhaber, dass ein Mann mit Armbrust gesichtet wurde. «Nixon hat eine Verletzung am Hals. Wir wissen aber nicht genau, woher sie stammt.»