Aarau
Der Winter beeindruckt die Aarauer Bauarbeiter kaum

Kaum ist der Winter angebrochen, wird in den Büros um die Wette geheizt. Bauarbeiter sind jedoch jeder Witterung ausgesetzt. Im Winter ist das besonders hart. Sie haben eigene Methoden entwickelt, um sich acht Stunden warmzuhalten.

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Der Winter beeindruckt die Bauarbeiter kaum, wie eine Umfrage in Aarau zeigt
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Roland Dietiker, 36, aus Thalheim «Ich habe einen der besseren Jobs auf der Baustelle. Im Winter drehe ich im Bagger einfach die Heizung auf. In den neuen Baumaschinen hat man fast den Luxus eines normalen Autos. Bei schlechten Wetterverhältnissen, sprich, wenn es stark regnet, hat man als Baggerfahrer das Problem, dass man einsinkt oder rutscht. Wenn der Boden im Winter richtig durchgefroren ist, kann man aber auch mit dem Bagger nicht mehr arbeiten.»
Roland Häfliger, 48 aus Däniken und Nikoll Kabashi «Gegen die Kälte hilft am besten arbeiten. Wer einfach nur rumsteht, den friert es schnell. Wir Plattenleger haben in erster Linie das Problem, dass wir mit den Händen immer im Wasser sind. Dabei können wir nur Gummihandschuhe anziehen. Die schützen kaum vor der Kälte.»
Hans-Ruedi Küenzi (l.), 55, aus Erlinsbach und Toni Olivera, 58, aus Hunzenschwil «Wir arbeiten schon seit 26 Jahren zusammen – bei jedem Wetter. Man muss sich einfach richtig anziehen. Ein zusätzlicher Pullover reicht oft schon aus. Für uns sind vor allem die Strassenverhältnisse wichtig. Hat es Schnee, müssen wir die Arbeit einstellen. Dadurch gerät man manchmal unter Zeitdruck. Kältefrei gibt es dann nicht. Letzten Winter arbeiteten wir bei Minus 20 Grad, weil etwas noch unbedingt fertig werden musste.»
Ibrahimi Minaim, 45, aus Urdorf «Zum Winter gehört die richtige Planung: Jetzt, wo es noch nicht so kalt ist, werden die Aussenarbeiten gemacht. Später folgt dann der Innenausbau. Dann sind wir vor Wind und Regen geschützt. Wenn es stark regnet und kalt ist, gehe ich in die Baracke, trinke einen Kaffee, um mich aufzuwärmen, und wechsle die Kleider. Für mich wird die Arbeit aber erst ab Minus 15 Grad hart.»
Rolf Hartmann, 40, aus Lengnau «Gute Schuhe sind wichtig. Wer warme Füsse hat, der friert nicht. Hier auf der Baustelle haben wir zwei Grillroste und in der Baracke eine Mikrowelle. So können wir jeden Tag warm essen. Wenn es Schnee hat, wird es auf der Baustelle gefährlich: Die Werkzeuge sind nass, rutschig und vereist. Man muss bei allem, was man macht, aufpassen.»

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Pascal Meier

Die kalte Jahreszeit ist angebrochen: Die Temperaturen sinken, die Mäntel werden dicker, die Wettervorhersage kündigt bereits den ersten Schnee an.

Wer kann, verzieht sich in ein beheiztes Büro oder ein Café. Bauarbeiter hingegen sind bei jedem Wetter auf dem Bau. Wie halten sie sich warm?

Die az besuchte verschiedene Baustellen in Aarau.