Mit einem solchen Andrang hatte Förster Werner Lutz, Leiter der Forstverwaltung Suhr-Buchs-Aarau(Rohr), nicht gerechnet. Über 170 Anmeldungen sind für den Waldumgang 2016 in Buchs eingegangen, der am Freitag stattfindet. «Damit sind wir ausgebucht», freut sich Lutz.

Und er hat allen Grund zur Freude: Diesmal wird es mehr ein Festakt sein als ein Umgang, denn im Zentrum steht die Einweihung des Forstwerkhofs Suhret, der für rund eine Million um- und ausgebaut wurde. Die zwei vorher bestehenden Werkhöfe sind nun unter einem Dach vereinigt.

Wer von Buchs aus in den Aargau blickt, stellt bald fest: In der Region fanden und finden diesen Monat auffallend viele Waldumgänge statt. Dies hat nicht nur terminliche Gründe, sondern beruht auf einer langjährigen Tradition, wie Förster Lutz erklärt. Der Waldumgang wird traditionell jeweils im Herbst vor Beginn des neuen Forstjahres am 1. Oktober durchgeführt.

So auch in Seon: «Vor 25 Jahren, als ich hier zu arbeiten begann, war die Veranstaltung längst etabliert», sagt Förster Marcel Hablützel. Und noch immer ist der Umgang ein Besuchermagnet: Gut 200 Leute kamen letzten Samstag in Seon zusammen, Familien und Rentner bunt durchmischt.

Erfolgsrezept Waldumgang

Doch was macht den Waldumgang so attraktiv? «Der Wald liegt den Leuten am Herzen», meint Marcel Hablützel. Und: «Wichtig ist ein vielfältiges, jährlich wechselndes Programm.»
Das kann auch Peter Suter, Revierförster Kölliken-Safenwil, unterschreiben.

Am Waldumgang in Oberentfelden stehen dieses Wochenende die Jagd und die Arbeit mit den Jagdhunden im Zentrum. «Wir werden diese auch 1:1 vorführen», sagt Suter, der seit 30 Jahren dabei ist. Im Vergleich zu früher besuchen laut Suter heute mehr junge Leute und Familien den Waldumgang. Er ist überzeugt: Auf den richtigen Themenmix kommt es an.

Dabei können die Förster verschiedene Botschaften vermitteln. Für Max Senn, Leiter des Forstamts Rupperswil, erfüllt der Anlass folgenden Zweck: «Wir möchten über aktuelle Waldthemen informieren, aber auch mehr Verständnis für den Wald und seine Produkte aufbauen.» Am Samstag wird er mit anderen Experten am Waldumgang in Auenstein den Fokus auf die Entwicklung der Holzerei vor 100 Jahren und heute setzen.

Konkret wird auch ein Baum wie früher mit einer Waldsäge gefällt, und einer wie heute üblich mit einer Kettensäge. «Das wird für die Kinder sicher ein Highlight», sagt Senn.

Auch in Menziken wurde letzten Samstag speziell auf die Kinder eingegangen. Brigitte Oetliker und Karin Lienhard stellten die örtliche Waldspielgruppe vor. Hier sind die Kleinen im Alter von drei bis vier Jahren ganz nah an der Natur. Förster Ueli Wanderon sagt: «Wahrnehmen, Beobachten und Sorge tragen – das möchten wir den Kindern vermitteln.»

«Lothar – 17 Jahre danach»

Im Raum Seengen führt der Forstbetrieb Rietenberg den Umgang jedes Jahr in einer anderen Gemeinde des Einzugsgebiets durch. Dieses Jahr kommt am 24. September Dintikon zum Zug. Für Förster Heinz Bruder ist das die Gelegenheit, den Leuten zu zeigen, was er und seine Leute tun: «Der Umgang ist eine Art Rechenschaftsbericht», sagt er. «Dies wird von den Leuten geschätzt, wir stossen immer auf grosses Interesse.»

Diesmal gibt Bruders Team einen Einblick in die Brennholzverarbeitung und legt bei «Lothar — 17 Jahre danach» einen Schwerpunkt auf den verheerenden Orkan.Bruder rechnet mit 100 bis 120 Besuchern. «Es sind jeweils alle Jahrgänge vertreten, von Müttern mit Kinderwagen bis zu hoch Betagten.» Zum Abschluss wird der Forstbetrieb allen eine Bratwurst servieren. Denn auch das gehört zu jedem Waldumgang: das gemütliche Beisammensein in fröhlicher Runde.