Aarau
Der Unmut über die Trittbrettfahrer bei den Detailhändlern wächst

Die einen zahlen, die anderen profitieren. Das soll sich endlich ändern. Die Aarauer Detaillistenvereinigung Zentrum wirbt um Mitglieder – nicht das erste Mal.

Hubert Keller
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Marcel Suter macht vor seinem Rücktritt als Präsident der Detaillisten-Vereinigung klar Tisch.

Marcel Suter macht vor seinem Rücktritt als Präsident der Detaillisten-Vereinigung klar Tisch.

Heiko Steigmeier

Der Präsident der Aarauer Detaillisten-Vereinigung Zentrum ist nicht zufrieden. Ob sich seine Gemütsverfassung bis Ende Jahr, wenn er sein Amt abgeben will, verbessert, muss sich weisen. Jedenfalls hat Marcel Suter – nicht das erste Mal – 200 Briefe an Detaillisten verschickt mit der eindringlichen Bitte, sie mögen doch der Vereinigung Zentrum beitreten. Marcel Suter ist seit acht Jahren Zentrum-Präsident. «Wir haben in dieser Zeit sicher zehn Briefe verschickt», sagt er, «doch das Ergebnis war jedes Mal ernüchternd.»

Die Mitgliederzahl stagniert: Von den 420 Detailhändlern in der Stadt sind nur knapp 100 im Zentrum vereinigt. Sie finanzieren die Imagekampagnen in den Medien und die saisonalen Aktivitäten wie Sonntagsverkäufe, Sommereinkaufstag, Stadtoutlet und Night-Shopping mit ihren Jahresbeiträgen, die mit 500 bis 1000 Franken nicht zu knapp sind. «Es ist nicht richtig, dass Einzelne zahlen, wovon alle profitieren», sagt Marcel Suter. Der Unmut darüber wachse.

Ob es mit dem neuerlichen Anlauf gelingt, wenigstens ein paar Detailhändler zur Mitgliedschaft zu bringen? «Ich weiss es nicht», sagt Suter. «Doch ich will vor Ablauf meiner Amtszeit eine Antwort auf diese Frage und will das Ergebnis gegenüber dem Verein auch persönlich verantworten.» Suter ermuntert im Brief nicht nur zur Mitgliedschaft. Wer nicht Mitglied werden, jedoch die Aktivitäten des Zentrums fördern will, wird aufgefordert, einen Werbebeitrag von 300 Franken zu zahlen. Das Geld werde ausschliesslich für Standortförderungsmassnahmen verwendet.

Was die Gründe sind, dass so viele Detailhändler abseitsstehen, kann der Zentrum-Präsident nicht schlüssig beantworten. Allgemeines Desinteresse, mangelnde Solidarität? Die Gründe sind sicher vielfältig. Filialen sind in die Marketingmassnahmen ihres Mutterhauses eingebunden und haben womöglich kein Budget für Aktivitäten im Rahmen der Zentrum-Vereinigung. Und viele sagten sich wohl, so Suter, dass es sie im Zentrum nicht brauche, da doch alles bestens klappe.