Aarau
Der Turf Club ist der spendable Götti des Rennvereins

«Ich bin noch nie auf einem Pferd gesessen, und meine Frau fürchtet sich vor ihnen», sagt Wolfgang Falkenberg. Trotzdem war er bis zur GV am Freitag Präsident des Turf Club Aarau. Wie geht das zusammen?

Hubert Keller
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Wechsel im Präsidium: Wolfgang Falkenberg (links), Olten, übergibt an Peter Forster.

Wechsel im Präsidium: Wolfgang Falkenberg (links), Olten, übergibt an Peter Forster.

Aargauer Zeitung

Der Turf Club veranstaltet keine Rennen, ist aber der grosszügige Götti des Aargauischen Rennvereins (ARV), der die Pferderennen in Aarau organisiert, notabene auf der «schönsten Bahn der Schweiz», wie Reiter, Trainer und Besitzer bestätigen. Das aktuelle Patengeschenk ist ein Giebelzelt westlich der Tribüne, das sich der Turf Club 200 000 Franken kosten liess. Das alte hatte ausgedient.

Wechsel im Präsidium

Es waren 60 Pferdesportfreunde, die vor 21 Jahren den Turf Club aus der Taufe hoben. Bei den Gründungsmitgliedern dabei war bereits Wolfgang Falkenberg, der in der Folge während zehn Jahren Vereinssekretär war. Vor 11 Jahren übernahm er das Präsidium. Erster Präsident war Rolf Buri. Falkenberg hat nun an Fürsprecher Peter Forster, Aarau, übergeben. Der Klub zählt 110 Mitglieder.

Der Verein verfolgte von Anfang an das Ziel, den Aargauischen Rennverein bei Investitionen zu unterstützen, die diesen überforderten. Im Lauf der 21 Jahre flossen über 2,8 Millionen Franken in die Infrastruktur des Reiterstadions. Nicht vorgesehen war, dass der Turf Club auch Rennen sponsert, und dennoch ist dies immer häufiger der Fall. Auch dieses Jahr stellt der Turf Club 40 000 Franken zur Verfügung, damit die Meisterschaft der Traber, faktisch eine Schweizer Meisterschaft, nicht aus dem Aarauer Rennprogramm gestrichen werden muss und womöglich für Aarau verloren geht.

Drei Viertel für das Reiterstadion

Die Mitglieder des Turf Club zahlen einen jährlichen Mitgliederbeitrag von 2000 Franken. Drei Viertel kommen dem ARV beziehungsweise dem Reiterstadion zugute, der Rest wird für klubinterne Veranstaltungen verwendet. Rund 600 000 Franken flossen in den Jahren 1994 bis 1998 in die Sanierung der Rennbahn, 210 000 Franken verschlang eine automatische Berieselungsanlage, welche die Bahn zur Schonung der Pferde weich hält. Mit dem Götti-Batzen des Turf Club wurden ein Pavillon beim Führring, die Turf-Club-Terrasse oder neue Hindernisse finanziert.

Und jetzt ein Zelt, in dem ein gediegenes Galadiner stattfand, das Teil ist der gesellschaftlichen Aktivitäten des Klubs. Mit dem dritten Drittel des Jahresbeitrags gönnen sich die Mitglieder samt ihren Partnerinnen und Partnern nämlich kulinarische Höhenflüge an der jährlichen GV sowie den Besuch von kulturellen oder pferdesportlichen Veranstaltungen, so etwa eine «Rigoletto»-Aufführung in Avenches, die Musikfestwochen in Luzern oder dieses Jahr das «Tattoo» in Basel.