Kreisschule Entfelden
Der Systemwechsel kommt die Kreisschule teuer zu stehen

Die Kreisschulpflege hat teure Punkte für ihre nächste Sitzung traktandiert: ein neues Schulhaus, zwei Pavillons und die Erweiterung des Lehrerzimmers. «Schuld» daran ist der Systemwechsel auf sechs Jahre Primarschule.

Katja Schlegel
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Am 18. Mai kommt der 14,5-Millionen-Kredit für den Schulhausneubau Erlenweg 2 an die Urne. Visualisierung/zvg

Am 18. Mai kommt der 14,5-Millionen-Kredit für den Schulhausneubau Erlenweg 2 an die Urne. Visualisierung/zvg

Visualisierung/zvg

Morgen muss der Kreisschulrat der Schule Entfelden über teure Investitionen befinden: Für den Systemwechsel 6/3 (sechs Jahre Primar, drei Jahre Oberstufe) per Schuljahr 2014/2015 braucht es zwingend neuen Schulraum für die Kindergärtler und Primarschüler.

Wie man auch schiebt und quetscht – der Platz reicht nicht aus, wie die Schulpflege in ihren Anträgen darlegt: Auf den Systemwechsel 6/3 ziehen die Unterentfelder Realschulabteilungen nach Oberentfelden. Mit dieser Verschiebung und den beiden zusätzlichen Zimmern im Schulhaus Roggehuse, die ab Oktober 2013 bezugsbereit sind, entschärft sich die Situation in Unterentfelden.

Es fehlt aber noch immer an geeigneten Gruppenräumen und Reserven. Um die Realschulabteilung aufzunehmen, muss Oberentfelden den Sprachunterricht der Real- und Sekklassen ins Bezirksschulhaus verlagern. Dort werden aufgrund der Verkleinerung der Bezirksschule Schulzimmer frei. Mehr Platz brauchen auch die Kindergärten, da diejenigen im Zentrum völlig überlastet und nicht für Überbelegungen konzipiert sind. «Eigentlich hätten wir momentan knapp genügend Kindergärten – sie stehen aber am falschen Ort. Man kann die Kinder nicht vom einen Aussenquartier ins andere schicken», sagt Gesamtschulleiter David Leuenberger.

Abhilfe gegen das Platzproblem in der Primarschule schaffen soll das neue Schulhaus Erlenweg 2. Im Juni hat eine Jury das Projekt «Linus» als Sieger erkoren. «Linus» sieht einen dreigeschossigen Bau anstelle des Garderobentrakts zwischen Singsaal und Turnhalle vor. Für die Projektierung beantragt die Schulpflege einen Kredit von 990 000 Franken. Die Baukosten sollen sich auf rund 14 Millionen Franken belaufen. Im Frühjahr 2015 soll in den Verbandsgemeinden informiert und im Mai 2015 über den Baukredit abgestimmt werden. Als Bezugstermin wird frühestens Dezember 2016 angegeben – ein laut Leuenberger ehrgeiziges, aber zwingend notwendiges Programm.

In Bezug auf den Kindergarten will die Schulpflege vom Projekt «Linus» abweichen: Dieses hätte einen Doppelkindergarten im Bereich des Parkplatzes Erlenweg vorgesehen. «Der Doppelkindergarten wäre mit Baukosten von rund 2 Millionen viel zu teuer gewesen», sagt Leuenberger. Ausserdem seien die Platzverhältnisse zu eng. Stattdessen soll beim Kindergartenareal Brunnmatt ein Provisorium errichtet werden. Dafür stellt die Schulpflege einen Kreditantrag von 365 000 Franken. Dieses Total setzt sich aus dem Kaufpreis sowie den Kosten für Montage und Ausstattung zusammen.

Bis das Schulhaus Erlenweg 2 gebaut ist, braucht es für sechs Schulzimmer, Gruppenräume und einen Arbeitsraum für Lehrpersonen eine andere Lösung: Die Schulpflege schlägt vor, ein Schulpavillon mit acht Zimmern auf der Spielwiese Süd zu errichten. Sie beantragt dafür einen Kredit von 630 000 Franken. Für die Miete würden die ersten drei Jahre pro Jahr rund 276 000 Franken fällig. Würde der Pavillon gekauft, käme das die Kreisschule auf 1,993 Millionen Franken zu stehen. Welche Option gewählt wird, muss der Kreisschulrat entscheiden.

Einen weiteren Kreditantrag über 276 000 Franken stellt die Schulpflege für die Erweiterung des Lehrerzimmers sowie eine ergänzende Pausenplatzüberdeckung in Unterentfelden. Das Lehrerzimmer sei heute mit 52 Quadratmetern – abzüglich zwölf Quadratmeter für die Kochnische und die Kastenreihen – für 38 Lehrpersonen zu klein. In den Pausen würden prekäre Platzverhältnisse entstehen und durch die tiefe Decke werde der Schallpegel unerträglich hoch. Zudem seien die Arbeitsplatzmöglichkeiten für so viele Personen unterdimensioniert.

Es sind enorme Summen, die die Kreisschule in diesen Jahren beantragt: Letztes Jahr wurde dem Souverän ein Kredit von 11 Millionen – verteilt auf fünf Jahre – für dringende Sanierungsarbeiten der Schulgebäude unterbreitet, jetzt werden Kredite von gesamthaft über 2 Millionen benötigt und bald sollen die Stimmbürger wieder über einen 14-Millionen-Kredit entscheiden.

«Es geht um viel Geld», sagt auch Leuenberger. «Aber es sind Kosten, die die Schule nicht gross beeinflussen kann.» Es sei vielmehr eine Kumulation von Kosten aufgrund mehrerer Umstände: jahrzehntelang vernachlässigter Schulgebäude, ein Bevölkerungswachstum, zusätzliche Fächer und Abteilungen sowie eine verordnete Schulreform.

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