Aarau
Der Swisscom-Chef als Praktikant: «Ist es schwierig, den richtigen Ast zu finden?»

Swisscom-Chef Urs Schaeppi war Gast im Kantonsspital Aarau. Er durfte als Praktikant von Chefarzt André Vuilliomenet sogar bei einer Operation assistieren.

Nadja Rohner
Drucken
Swisscom-CEO Urs Schaeppi (l.) wird von Chefarzt André Vuilliomenet instruiert. ZVG/Olivia Pulver

Swisscom-CEO Urs Schaeppi (l.) wird von Chefarzt André Vuilliomenet instruiert. ZVG/Olivia Pulver

Olivia Pulver

Urs Schaeppi weiss, wie es ist, wenn eine Leitung plötzlich nicht mehr einwandfrei funktioniert. Und so war der CEO von Swisscom im Herzkatheterlabor des Kantonsspitals Aarau (KSA) genau am richtigen Ort. Hier, wo verstopfte Herzkranzgefässe wieder geweitet werden, wo man mit modernster Technologie arbeitet, die zwingend einwandfrei funktionieren muss.

Zur Feier seines 130-Jahr-Jubiläums hat das KSA eine Reihe von Prominenten eingeladen, einige Stunden im Spitalbetrieb mitzuarbeiten. Marco Rima war da, Pepe Lienhard, Sternekoch Patrick Mahler, Beatrice Tschanz. Und gestern Urs Schaeppi, der als Praktikant von Chefarzt André Vuilliomenet sogar bei einer Operation assistieren durfte.

Über die Leiste wird dem Patienten ein Herzkatheter gelegt, dank Kontrastmittel sehen die Operateure auf dem Bildschirm, was im Körper des Patienten vor sich geht. Der kleine Schlauch windet sich bis in die kleinen Herzkranzgefässe. «Ist es nicht schwierig, da den richtigen Ast zu finden?», will Schaeppi angesichts der verzweigten Arterien wissen.

«Solang man im Gefäss bleibt, kann nicht viel passieren», sagt der Chefarzt. Dann darf Schaeppi selber ran, natürlich gut geführt vom Profi. Und seither gibt es einen einzigen Menschen auf der Welt, der behaupten kann, dass der Swisscom-CEO beteiligt war, als ihm höchstpersönlich mit einem Ballon die verschlossene Arterie ausgedehnt und ein Stent – ein Metallgitterchen, welches das Gefäss offen halten soll – eingesetzt wurde.

«Jetzt waren Sie heute schon bei einer erfolgreichen Behandlung eines Patienten mit dabei», so Vuilliomenet zu Schaeppi. Danach zeigt ihm Martin Steiner, Leitender Arzt, wie ein moderner Herzschrittmacher bei einem frischoperierten Patienten funktioniert. Auch hier gibt es Gemeinsamkeiten mit Schaeppis Stamm-Metier: Heute ist es technisch möglich, den Schrittmacher via Bluetooth zu steuern; man kann sogar mit zwei Daumen auf dem iPhone-Scanner ein EKG aufzeichnen. Überhaupt ist die Kardiologie ein sehr technischer Bereich: «Wir sind Herz-Elektriker, das ist doch was Schönes», sagt Chefarzt Vuilliomenet.

Schaeppi zeigte sich nach seinem Kurz-Praktikum «fasziniert». Einerseits von den rasanten technologischen Fortschritten in der Herzmedizin, andererseits von den Ärzten: «Das ist ein dankbarer Beruf – ein Arzt sieht direkt am Patienten, was er erreicht hat. Wenn ich am Abend den Computer herunterfahre, ist das nicht immer so.» Seinem eigenen Herzen gehe es übrigens bestens, betonte Schaeppi (58). Damit es so bleibt, joggt er gerne, fährt Velo und Ski. «Ich bin immer noch fit.»

Aktuelle Nachrichten