Biberstein
Der Steuerfuss in Biberstein bleibt ein weiteres Jahr tief

Noch einmal legt der Gemeinderat ein Budget auf der Basis eines unveränderten Steuerfuss von 88 Prozent vor - im Wissen, dass eine Erhöhung über kurz oder lang Thema sein wird.

Hubert Keller
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88 Prozent – rekordverdächtig tief bleibt der Steuerfuss in Biberstein

88 Prozent – rekordverdächtig tief bleibt der Steuerfuss in Biberstein

Hubert Keller

Die Tendenz setze sich fort, stellt der Gemeinderat fest: «Viele grössere Mehrbelastungen stehen im Zusammenhang mit Aufgaben, die den Gemeinden vom Kanton überbunden wurden oder für welche die Gemeinden einen Kostenanteil zu entrichten haben.» Die massivsten Mehrausgaben verursachen die Betriebsdefizitbeiträge an das Kantonsspital, die Restkosten Sonderschulen und der Finanzausgleichsbetrag.

Diese Posten fressen weitere drei Steuerprozente. Zusammen mit den Erhöhungen aus den beiden Vorjahren beträgt die Mehrbelastung nun rund 13 Steuerprozente. Zitat Gemeinderat: «Die Entwicklung ist vorerst etwas gebremst, gibt aber weiterhin zu Sorgen Anlass.»

Im Voranschlag 2013 fällt zudem auf, dass auch diverse kleinere Posten Mehrausgaben verursachen. Diese ergeben gemäss Gemeinderat «eine nicht unerhebliche Summe». Dank einigen Mehreinnahmen und Minderbelastungen kann aber ein Budget im Rahmen desjenigen von 2012 präsentiert werden.

Investitionen auf tiefem Niveau

«Mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 88 Prozent verbleiben aufgrund der hohen Mehrbelastungen zu wenig Mittel für angemessene Abschreibungen», schreibt der Gemeinderat. Der Steuerfuss werde früher oder später ein Thema werden. Eine Anpassung werde nicht unbedingt durch die grossen Schulraum-Investitionen nötig, sondern vielmehr durch die steigenden zusätzlichen Aufgaben. Aufgrund des hohen Eigenkapitals von 2 Mio. Franken und der Tatsache, dass im Jahr 2012 voraussichtlich Nettoinvestitionen in der Höhe von nur 645 000 Franken getätigt werden, sind für vorgeschriebene Abschreibungen nur geringe 74 400 Franken budgetiert. Der Ertragsüberschuss beträgt 33 235 Franken. Dieser wird für zusätzliche Abschreibungen verwendet.

Bei der Wasserversorgung hinterlassen die Investitionen der vergangenen Jahre immer noch deutliche Spuren. Um das Wasserbudget auszugleichen, müssen der Spezialfinanzierung weitere 82 450 Franken entnommen werden. Der Gemeinderat ist überzeugt, dass man in naher Zukunft nicht umhinkommt, die Gebühren nochmals anzupassen.

Fusion der Musikschulen mit Küttigen

Nebst dem Budget 2013 ist am 23. November über die Fusion der Musikschule Biberstein mit jener von Küttigen abzustimmen. Die Musikschule Biberstein besteht seit 1973. Sie ist somit eine der älteren öffentlichen Musikschulen. Sie sei mit etwa 30 bis 40 Schülern wohl sehr klein, jedoch sehr gut in die Primarschule integriert, stellt der Gemeinderat dazu fest. Trotzdem wird im Sinne einer Professionalisierung die Fusion mit Küttigen angestrebt.

Weiteres Traktandum ist die Revision der Satzungen des Planungsverbandes der Region Aarau PRA. Zentrales Element ist die Abschaffung der Einstimmigkeit, die für wichtige Beschlüsse verlangt ist und die eine Verbandsrevision praktisch verunmöglicht.