Aarau
Der Stadtrat will kein Generationenhaus

Wenn es nach dem Stadtrat geht, gibt es in Aarau kein Generationenhaus. Diese Funktion könne die Stadtbibliothek übernehmen.

Hubert Keller
Drucken
Teilen
Mitte Mai wurde die Bürgermotion dem Einwohnerrat übergeben.

Mitte Mai wurde die Bürgermotion dem Einwohnerrat übergeben.

Josua Bieler

Die Wege von Alt und Jung müssen sich kreuzen, damit Kontakte entstehen, sagte Ruth Grathwohl Mitte Mai, als dem Einwohnerrat die Bürgermotion für ein Generationenhaus überreicht wurde. Grathwohl ist Mitglied der Arbeitsgruppe aus Elternverein, Ludothek und Forum der Älteren in Aarau (Forära), die sich für ein solches «Generationenhaus als Zentrum für Begegnung, Beratung und Begleitung» einsetzt. Das Haus sollte Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Familien, Migranten und Migrantinnen, Seniorinnen und Senioren zur Verfügung stehen. Diverse Info-Stellen sollten darin untergebracht werden, wie zum Beispiel die Fachstelle Kind und Familie oder die Informationsstelle Alter.

«Es gibt genug Fachstellen, Vereine und Gruppen für Jung und Alt in Aarau, doch diese sind in der ganzen Stadt verstreut», argumentierten die Motionäre. Jung und Alt, so deren Vorstellung, könnten sich gegenseitig helfen, etwa in einem Computerkurs von Jugendlichen für Senioren. Im Generationenhaus könnten generationenverbindende Anlässe stattfinden.

Möglichste viele Akteure unter einem Dach zusammenzubringen erachtet der Stadtrat als nicht sinnvoll. Er empfiehlt dem Einwohnerrat, die Motion nicht zu überweisen. Die Stadtbibliothek sei bereits ein Generationenhaus, argumentiert der Stadtrat. Die Anliegen der Motionäre deckten sich in einigen Punkten mit den Zielsetzungen der Stadtbibliothek. Als Beispiel erwähnt der Stadtrat generationenverbindende Anlässe wie das Jassturnier Generationen, Prix Chronos, gegenseitige Dienstleistungen wie Aufgabenhilfe von Älteren für Kinder, Compihilfe für Ältere durch Jugendliche und andere. Zudem sei in der Stadtbibliothek das Café littéraire eingemietet. Die Stadtbibliothek liege zudem zentral mitten im Park mit Kinderspielplatz und sei behindertengerecht erschlossen.

Wie der Stadtrat erklärt, kann sich die Bibliotheksleitung vorstellen, die Funktion einer Informationsdrehscheibe zu übernehmen. Mitarbeiterinnen der Bibliothek würden sich das Wissen über Beratungsangebote aneignen und Informationen weiterleiten, ohne aber Beratungsdienste anzubieten.

Aktuelle Nachrichten