Aarau
Der Sieg von Drake Destroyer war kein Zufall

Sie würgen, schlagen und überschlagen sich. Doch Wrestling ist nicht Kampf, sondern einstudierte Show, wie ein zahlreiches Publikum im Club «Bleifrei» live erfahren konnte.

Christoph Voellmy
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Wrestling in Aarau
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Wrestling in Aarau
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Der Lokalmatador Drake Destroyer mit Schwierigkeiten
Drake Destroyer nach seinem Sieg
Drake Destroyer
Wrestling in Aarau
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Wrestling in Aarau
Drake Destroyer besiegt seinen Gegner
Drake Destroyer vs
Wrestling in Aarau
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Wrestling in Aarau

Wrestling in Aarau

Christoph Voellmy

Wrestling? Man kennt es in der Schweiz, wenn überhaupt, vor allem von privaten TV-Stationen. Doch als Randsportart wird Wrestling auch hierzulande betrieben. Am Wochenende sogar in Aarau. Im Club «Bleifrei» im Torfeld Süd fand die «Swiss Championship Wrestling» statt.

«Das ‹Bleifrei›», sagt Veranstaltungsleiter Chrigl Spinner, «steht einer breiten Palette von Veranstaltungen zur Verfügung. Warum also nicht auch Wrestling?» Dass der Anlass durchaus Anklang findet, beweist der Blick ins Publikum, in dem Fans vom Teenager bis zum älteren Mann auszumachen sind. Viele von ihnen haben eine Wrestling-Show live noch nicht erlebt.

Die ersten Kämpfe lassen die Stimmung hochkochen, bevor Lokalmatador Duschka Ceron alias «Drake Destroyer» den Ring betritt. Der 28-jährige Schönenwerder ist der Held des Publikums. Er wird lautstark angefeuert und gewinnt, wie nicht anders erwartet, seinen Kampf gegen «Diabolo».

Das Gegenstück zum «Drake Destroyer» ist der amtierende Titelverteidiger Karsten Beck aus Deutschland. Mit abschätzigen Sprüchen über die Schweiz spielt er den Bösewicht. «Acht Stunden bin ich durch dieses Land gefahren, in dem man mit Monopoly-Geld bezahlt!», spottet er. Das Publikum bleibt ihm nichts schuldig: «Geh wieder nach Deutschland, Heulsuse!»

Duschka hat schon als Kind die amerikanischen Wrestling-Shows verfolgt. Vor fünf Jahren suchte er auf Google nach einer Wrestling Schule in der Schweiz und fand die Wrestling Academy in Rorbas im Tösstal. Seither trainiert er dort die grundlegenden Bewegungsabläufe, absolviert Falltrainings, um sich nicht zu verletzen, und hört sich Vorträge über Boxring-Psychologie an, um den Umgang mit dem Publikum zu lernen.

Duschka bezeichnet sich selber nicht als Kampfsportler. Wrestling sei mehr Show als Wettkampf, es gehe in erster Linie um Unterhaltung und nicht darum, den Gegner zu besiegen. «Die Schläge sind einstudiert und die Rollen der Helden und Bösewichte im Voraus zugeteilt.»

Dass «Drake Destroyer» in Aarau gewann, war deshalb weder Zufall noch das Resultat seines Könnens, sondern Teil der Show.