Aarau
Der Schwerste war der Beste

Der Uerkner Brocken Patrick Räbmatter hat den Aarauer Schachen-Schwinget gewonnen. Dazu reichte ihm vor 800 Zuschauern ein «gestellter» Schlussgang gegen Stephan Studinger.

Wolfgang Rytz
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Der Schlussgang am Aarauer Schachen-Schwinget zwischen Patrick Räbmatter und Stephan Studinger endete «gestellt».

Der Schlussgang am Aarauer Schachen-Schwinget zwischen Patrick Räbmatter und Stephan Studinger endete «gestellt».

Wolfgang Rytz

«Das war der bisher kälteste Schachen-Schwinget», konstatierte Sandra Huber. Die Gattin von Matthäus Huber, dem Präsidenten des organisierenden Schwingklubs Aarau, stand als Festkassierin ab dem frühen Morgen im Einsatz.

Auch bei der elften Austragung des Regionalschwingfestes auf der Wiese neben der Sporthalle klappte alles reibungslos. Wie die über 60 Helfer kannten die Zuschauer kein schlechtes Wetter. Sie kleideten sich entsprechend warm. Zahlreiche Schwingklubs bauten um die fünf Sägemehlplätze Zelte auf. Zusammen mit den Festzelten der Aarauer verfolgten somit alle das sportliche Treiben unter schützendem Dach.

Die tiefen Temperaturen sorgten für regen Umsatz in der Festwirtschaft. Mehrere Kaffeemaschinen standen im Dauereinsatz. Ebenso hatten die Helfer der Festwirtschaft alle Hände voll zu tun. Warme Speisen waren für einmal mehr gefragt als Sandwiches.

Kein Heimsieg

2013 feierten die Aarauer dank Stephan Studinger letztmals einen Heimsieg. Drei Jahre später stand der Däniker wieder im Schlussgang. Gegen Patrick Räbmatter wartete buchstäblich eine Herkules-Aufgabe auf ihn. Der Uerkner Kraftbrocken ist mit 153 kg der schwerste Schwinger im Nordwestschweizer Verband.

Der Leader des Schwingklubs Zofingen begann die Endausmarchung gegen den 43 kg leichteren Däniker entsprechend offensiv. Aber seine Kreuzgriffversuche in den ersten Minuten blieben erfolglos. Studinger hatte sich gut auf den Gegner eingestellt. Seine Taktik, Räbmatter in der zweiten Hälfte mit seiner guten Technik aus dem Gleichgewicht zu bringen, ging trotz zweier vielversprechender Kurzangriffe nicht auf. Die Masse des Uerkners verhinderte einen dynamischen Siegeswurf.

So endete der lebhafte Gang nach zehn Minuten «gestellt». Obwohl die gestrengen Kampfrichter nur je 8,75 Punkte gutschrieben, reichte dies Räbmatter zum Tagessieg vor dem Fricktaler Jürg Mahrer. «Ich wollte gewinnen, weil ich nicht wusste, ob ein ‹Gestellter› reicht», erklärte der Westaargauer strahlend, nachdem der Speaker seinen Triumph verkündete.

Derweil begannen die fleissigen Helfer sofort mit dem Abtransport der 100 Kubikmeter Sägemehl. Damit ging im Aarauer Klub eine Ära zu Ende. Das Duo Peter Meyer (OK-Präsident) und Hans Mätzener (Bauchef) gibt die Schlüsselaufgaben des beliebten Hosenlupfs nach einem Jahrzehnt in neue Hände.

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