«Genusswerkstatt» heisst ein Zauberwort, das vor allem in Deutschland und Österreich verbreitet ist, aber auch in der Schweiz Fuss zu fassen beginnt. Als Genusswerkstatt kommt etwa das frühere Filmcafé im Filmmuseum Potsdam daher, bei einer Genusswerkstatt kann es sich aber auch um eine Marmeladen-Manufaktur, einen Pizza-Kochkurs oder um eine Schnapsbrennerei handeln.

Im Rahmen einer Diversifikation plant nun auch der innovative Rütihof-Wirt Andreas Fetscher die Einrichtung einer Genusswerkstatt. Das geht aus dem bis zum 11. Dezember im Gränicher Gemeindehaus öffentlich aufliegenden Baugesuch hervor. Vorgesehen ist die Genusswerkstatt gegenüber dem Wirtshaus, auf der andern Strassenseite, da wo sich heute ein schlichter Holzschopf befindet, der als Stall und Garage genutzt wurde. Von den Dimensionen her wird sich das künftige Gebäude, wie Pläne und Bauprofile deutlich machen, vom jetzigen nicht stark unterscheiden. Es wird aber den heutigen Hygienevorschriften genügen und über ein WC verfügen. Eine Heizung ist dagegen nicht vorgesehen.

In der Rütihof-Genusswerkstatt sollen Gemüse, Früchte und Nüsse auf traditionelle Art verarbeitet werden. Verwendet werden Rohprodukte, die auf dem Rütihof selber gezogen wurden. «Die Erzeugnisse», heisst es in den Baugesuchs-Unterlagen, «werden in Zusammenarbeit mit Gästen erstellt oder für Gäste durch uns.» Das Angebot lasse sich ausgezeichnet kombinieren mit einer Seminar-Teilnahme. (Die Seminarräume befinden sich im umgebauten alten Schuldhaus.) In der Genusswerkstatt sollen die Gäste erfahren, wie einfach es ist, solche Produkte selber herzustellen.

Umgebaut wird nicht nur der Schopf, sondern auch das alte Bauernhaus daneben. Alles in allem geht es laut Baugesuch um Investitionen von 1,164 Mio. Franken.