Aarau

Der Rüeblimärt poliert den Ruf der Stadt Aarau

Der bekannteste Anlass der Hauptstadt kriegt nun mehr Platz. Er ist auch in der Altstadt. Das wünschten sich Veranstalter, Gewerbe, Verein für Standortmarketing seit langem.

Der Rüeblimärt ist Aaraus beste Visitenkarte: Über 30000 Menschen besuchen an diesem Tag die Aargauer Kantonshauptstadt. Rüebli von hellgelb über orange bis dunkelrot ziehen nicht nur Besucher aus der ganzen Schweiz, sondern auch aus dem nahen Ausland an.

Am Mittwoch, 7.November, stehen nun erstmals Marktstände nicht nur im Graben vor der Altstadt, sondern auch in der Pelzgasse, der Kronengasse und der Metzgergasse. Verzichten muss der Veranstalter, der Verein Aargauer Rüeblimärt Aarau, auf einen Teil der Standfläche beim Schlossplatz. Dort wird zurzeit das Stadtmuseum Schlössli umgebaut.

Es ist Zufall, dass man den Besucherstrom nach dem schlechten Ergebnis bei der Umfrage des «SonntagsBlick» – beim Ranking um die 20 beliebtesten Städte war Aarau auf Platz 20 gelandet – dieses Jahr in die Altstadt lenkt.

Dennoch ist die Ausweitung nicht nur gut für den Markt, sondern für den Ruf der ganzen Stadt. Dominik Wyss, Präsident des Vereins Standortmarketing Aarau, sieht den Gewinn. Er sagt: «Man soll bei einem solchen Anlass den Leuten das Schöne zeigen.»

Dazu gehören in der Aarauer Altstadt die Häuser mit den bemalten Giebeln. Aber auch das von der Stadt für viel Geld sanierte Pflaster der Altstadtgassen oder der freigelegte Stadtbach. Es sei eine Chance, einen so publikumsträchtigen Anlass in der Stadt zu haben.

«Die Stadt, die Busbetriebe und auch wir – alle müssen mithelfen, dass der Rüeblimärt attraktiv ist.» Der Rüeblimärt sei ein Botschafter für die Stadt Aarau, sagt der Präsident des Standortmarketings. Vielleicht lande man ja dann – «nicht heute und nicht morgen» – eines Tages bei einem Städteranking im Mittelfeld.

Für Marcel Suter, Präsident von Zentrum Aarau, ist klar, dass die Zentrumsmitglieder, Fachgeschäfte und Restaurants in der Altstadt, ihren Teil dazu beitragen. «Sie sollen das Thema Rüebli irgendwie aufnehmen und Angebote machen», sagt er.

Sowohl Wyss als auch Suter betonen, dass alle Restaurants an diesem Tag offen sein müssen. «Ab 7 Uhr morgens», sagt Suter, weil schon dann viele Besucher einen Kaffee trinken wollen. Die Verpflegung erweist sich am Rüeblimärt seit Jahren als Knackpunkt: Es fehlt an Platz und Möglichkeiten, um die vielen Besucher zu verköstigen.

Die Infrastruktur des landesweit beliebten Marktes hinke diesbezüglich denn auch der Grösse des Anlasses hinterher, bedauert Walter Käser, Präsident des Vereins Aargauer Rüeblimärt Aarau. Es freut ihn aber, dass mit den Gassen in der Altstadt mehr Verkaufsfläche zur Verfügung steht.

Zufall, sagt er, dass die Verlegung mit den baulichen Massnahmen beim Schlossplatz zusammenfällt: «Wir wollten das schon lange.» Nicht zuletzt, weil die Gassen autofrei seien. Deshalb würde man es auch befürworten, wenn der öffentliche Verkehr an diesem Tag um die Altstadt herumführen würde. So wie es beim MAG, dem Markt Aarauer Gewerbetreibender Ende September, gehandhabt werde.

Dass die Marktstände in der Pelzgasse, der Kronengasse und der Metzgergasse aufgestellt werden und nicht etwa auf dem Kirchplatz, der ebenfalls eine schöne Kulisse abgeben würde, erklärt Walter Käser mit der Nähe zum bisherigen Standort Graben.

Das sei wichtig. Ohne grosse Umwege gelange man vom Graben in die Kronen-, die Pelz- und die Metzgergasse und wieder zurück zum Graben.

So entsteht ein Rundgang, von dem viele profitieren können. Sollte sich der zusätzliche Standort aus Sicht des Vereins bewähren, so stehen die Chancen bestens, dass man diesen Rundgang beibehalten kann. «Mit der Stadt Aarau wurde es jedenfalls so ausgehandelt», sagt Präsident Walter Käser.

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