Hirschthal

Der Poststellenleiter wird zum selbstständigen Unternehmer

Die Post bleibt im Dorf, und das Dorf erhält einen Laden. (Symbolbild)

Die Post bleibt im Dorf, und das Dorf erhält einen Laden. (Symbolbild)

Die Gemeindeversammlung gibt einem Dorfladen mit Postagentur eine Chance und will die Gemeinde für eine sechste Primarklasse im Dorf fit machen.

«Zwei Fliegen auf einen Streich» schlägt Hirschthal gemäss Gemeindeammann Peter Stadler mit dem Kredit von 90000 Franken für die Instandsetzung des Postlokals im Gemeindehaus zur Nutzung als Ladenlokal mit Postagentur: Die Post bleibt im Dorf, und das Dorf erhält einen Laden. Kommt dazu, dass mit dem bisherigen Poststellenleiter Urs Rauber ein Post-Fachmann den Laden schmeissen wird.

Der Zins interessiert

Bereits im Frühjahr hat der Gemeinderat zugeschlagen und das Postlokal im Gemeindehaus für 270000 Franken, etwa die Hälfte des Verkehrswertes, erworben. Ein Schnäppchen an dieser zentralen Lage. Das Vorhaben war am Freitagabend nicht bestritten.

Boden, Decken, Beleuchtung müssen erneuert werden; eine automatische Eingangstüre wird eingebaut. Welchem Mietzins haben Urs und Gabi Rauber zu entrichten? Der Gemeinderat musste die «marktüblichen Konditionen» ausdeutschen: Um einen guten Start zu ermöglichen, verlangt er vier Prozent der Investitionskosten von 360000 Franken pro Jahr. Das ergibt einen Monatszins von 1200 Franken.

Eine einzige Gegenstimme gab es zu einem Planungskredit von 440000 Franken für Instandsetzung und Erweiterung des Schulhauses. Blockzeiten, integrierte Schulformen, Englischunterricht, vor allem aber die Umstellung auf sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe (kantonale Volksabstimmung 2012) bringen die Schule in Raumnot: Hirschthal will die sechste Primarklasse im Dorf behalten.

Gemäss Gemeinderat Markus Goldenberger kann Hirschthal jede Klasse einfach führen, mit tendenziell etwas höheren Beständen (15 bis 25) als im Durchschnitt der letzten Jahre. Hirschthal wächst; der Anteil der bis 9-Jährigen und der Personen, die zwischen 35 und 45 Jahre alt sind, sei überdurchschnittlich hoch. Und Bauland steht noch viel zur Verfügung.

Baukosten um 4,4 Millionen

Ein Architekturwettbewerb soll auf dem gegebenen Areal die beste Lösung aufzeigen. Einzubeziehen ist eine gedeckte Verbindung zur Mehrzweckhalle. Ein Lift soll alle Geschosse des Schulhauses behindertengerecht erschliessen. Konkrete Fragen nach der Anordnung der Erweiterung konnte der Gemeinderat nicht beantworten; das ist gerade Gegenstand des Wettbewerbs, der noch dieses Jahr stattfindet.

Der Gemeinderat bestätigte aber, dass mit Baukosten von rund 4,4 Millionen Franken zu rechnen sei. Im August 2014, just auf das Jahr der Umsetzung der Schulreform, Annahme vorausgesetzt, soll die Anlage bezugsbereit sein.

Einigung angestrebt

Peter Stadler orientierte über das zurückgezogene Traktandum zu Mobilfunkantennen. Statt einer Teiländerung der Bau- und Nutzungsordnung setzt man darauf, dass die Gemeinde sich mit Orange, Swisscom und Sunrise auf «einen gemeinsamen Standort» einer Antenne einigen kann, «welcher der Gemeinde passt». Sollte das bis Mitte September nicht gelingen, werde man das Traktandum wieder bringen.

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