Oberentfelden
Der Posaunist war ein unkonventioneller Ansager

Die Pause sei der Höhepunkt im Jahreskonzert der Musikgesellschaft Oberentfelden, sagte Ansager Joel Gloor. Er führte frech und witzig durch den Abend.

Markus Christen
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Das Publikum konnte von der Musikgesellschaft nicht genug kriegen.

Das Publikum konnte von der Musikgesellschaft nicht genug kriegen.

Markus Christen

Normalerweise ist dem Ansager an einem Unterhaltungskonzert eine klar definierte Rolle zugedacht. Er soll, im besten Fall witzig und gutgelaunt, über das auf der Bühne präsentierte informieren. Nicht so Joel Gloor. Der Posaunist der Musikgesellschaft Oberentfelden führte das Publikum in der sehr gut besetzten Turnhalle Dorf auf unkonventionelle Art durch den Samstagabend und brach mit den gängigen Erwartungen.

Sein gespieltes Unwissen und seine leichtherzige Gleichgültigkeit sorgten bei den Zuschauern für grosses Amusement und gipfelten darin, dass Joel Gloor kurzerhand die Pause zum Hauptereignis des Konzertabends erklärte. Dieser deftige Scherz ging natürlich in Ordnung, auch weil das Korps der Musikgesellschaft den Präsentator bereits mit den Darbietungen während des ersten Konzertteils Lügen gestraft hatte.

Zahlreiche «Hits vom Plattenteller», so das Motto des Unterhaltungskonzerts, servierte die Musikgesellschaft ihren Gästen. Eröffnet wurde der Abend mit «Viva la vida». In der eingängigen Hymne der britischen Rockband Coldplay zeigten die Musikerinnen und Musiker viel Spielfreude. Die wuchtigen und treibenden Bass- und Baritonklänge waren im wahrsten Sinne des Wortes mitreissend und viele der Zuhörer konnten ihre Füsse nicht lange still halten.

Bei der komplexen Jazzkomposition «Birdland» von Joe Zawinul stiessen zwar einige der Musiker an ihre Grenzen, wobei es noch der stimmlichen und rhythmischen Feinjustierung in einzelnen Registern bedurft hätte, doch mit weiteren harmonischen Glanzpunkten erntete auch dieser Vortrag Applaus.

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war sicher der Vortrag «Set fire to the rain», bei dem die Musikgesellschaft die Sängerin Petra Hunziker begleitete. Dabei bewies Dirigent Michel Byland, der erst im Januar die Leitung des Korps übernommen hatte, dass er seine Musiker bereits überzeugend unter Kontrolle hat, was sich insbesondere im guten Klangvolumen und in einem dynamisch starken Spiel bemerkbar machte.

Michel Byland zog nach seinem ersten Konzert in Oberentfelden Bilanz. «Ich bin zufrieden mit der Leistung der Musiker. Vor allem hatten wir viel Spass auf der Bühne.»

Nicht fehlen am Jahreskonzert in Oberentfelden durfte ein Auftritt des Tambourenvereins Oberentfelden-Muhen. Mit ihrer Fähigkeit, die Schlegel wirbeln und zwirbeln zu lassen, sind die Trommler nicht nur ein Ohren-, sondern auch ein Augenschmaus. Der Auftritt des Jugendspiels Entfelden schliesslich machte deutlich, dass auch die Nachwuchsarbeit der Musikgesellschaft bestens funktioniert.

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