Aarau

Der Palast der Fantasie ist 15 Jahre alt

Matthias Dieterle (li.) und Fabrikpalast-Leiter Hansueli Trüb taufen das neue Logo in Form einer eleganten Beisszange.

Matthias Dieterle (li.) und Fabrikpalast-Leiter Hansueli Trüb taufen das neue Logo in Form einer eleganten Beisszange.

Im «Fabrikpalast» in der Aarauer Telli beginnt ein kleines Festival rund ums Figurentheater.

Im Grunde besteht das Theater nur aus altem Beton mit etwas Farbe. Und doch ist bereits der Vorraum zum «Fabrikpalast» eine Welt zum Entdecken: Da schaut ein Krebs aus einem Bullauge in die Bar. In der Mauer hat es goldene Backsteine und daran vorbei schwimmen wie Fische Beisszangen. Über allem wachen in einer Ecke die Ur-Figuren der Märchen: der König und seine Königin.

Eine märchehafte Fabrik

«Dieses Theater ist Fitnesstraining für die Fantasie.» Das sagte gestern Rolf Keller, Präsident des Aargauer Kuratoriums zur Feier des 15. Geburtstags des Fabrikpalastes. Dass das kleine Theater für kleine Gäste überlebt hat, ist Hansueli Trüb zu verdanken und seinem fast «selbstausbeuterischem Engagement», wie Keller es nannte. Schon der Name «Fabrikpalast» sei genial, denn so was gäbe es gar nicht, also töne es märchenhaft. Es sei eben ein Palast in dem Zauberhaftes fabriziert werde, weit entfernt von simplem Kasperlitheater.

Anita Zihlmann von Theaterfunken, dem kantonalen Kinder- und Jugendtheaterfestival, lobte den Fabrikpalast dafür, dass er ein Türöffner in die Welt des Theaters sei. Kinder würden hier ernsthaft empfangen. «Theater entsteht erst mit Publikum und Kinder sind ein dankbares Publikum, sie lassen sich gerne verführen», sagte Zihlmann.

Viel Goodwill und Herzblut

720 Veranstaltungen haben seit der Gründung vor 15 Jahren im Gebäudeteil neben dem KiFF in der Telli statt gefunden. Letztes Jahr erreichte das Figurentheater mit 2300 Besuchern einen Rekord. Dennoch kämpft das Theater ständig um Unterstützungsbeiträge, vieles kann nur mit Freiwilligenarbeit entstehen. Auch das neue Logo (eine kecke Beisszange) hat die Schöpferin Anna Meier mit Goodwill geschaffen. Am gestrigen Gala-Abend tauften sie der Präsident des Fördervereins, Matthias Dieterle, und Hansueli Trüb mit Champagner auf den Namen «Sylvette» (ein Modell von Pablo Picasso). Und Trüb versprach: «Wir werden euch weiterhin eine zünftige Szene machen.»

Ab heute bis am 22. November findet ein Festival mit neun Theatervorführungen statt. Übermorgen ist Familiensonntag mit Theater und Workshop für Kinder ab 4 Jahren. Das vollständige Programm lag gestern in der az als Sonderbeilage bei.

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