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Der neue Ratspräsident fordert auch das eine oder andere Fettnäpfchen

38 Einwohnerrätinnen und -räte sind gestern in Pflicht genommen worden. Der neue Ratspräsident ist Urs Zbinden (SVP). Er forderte die Einwohnerräte zum Engagement auf. Die FDP startete einen Angriff auf den SP-Sitz in der Einbürgerungskommission.

Hubert Keller
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Die Stimmen werden eingesammelt, Wahlen bestimmen die erste Einwohnerratssitzung. Kel

Die Stimmen werden eingesammelt, Wahlen bestimmen die erste Einwohnerratssitzung. Kel

Ein Wahlgeschäft reihte sich ans andere. Alle gingen glatt über die Bühne, bis auf die Wahl der Einbürgerungskommission, bei der es zu einem Rencontre zwischen SP und FDP kam.

Die FDP hatte nämlich zwei Kandidaturen gestellt und damit den Anspruch der SP auf ihre Vertretung in der Einbürgerungskommission in Frage gestellt.

SP-Kandidatin Ineke Irniger hatte denn auch im von der FDP und der SVP dominierten Einwohnerrat keine Chance. Irniger war die letzten zwei Jahre Mitglied der Einbürgerungskommission gewesen und wurde nun abgewählt. Ihr Parteikollege Dimitri Spiess hatte die gebürtige Holländerin als Beispiel einer gelungen Integration vorgestellt. Die Linke ist nun in der Einbürgerungskommission nicht mehr vertreten.

Grosse Herausforderungen

Zu Beginn der ersten Einwohnerratssitzung der Amtsperiode 2014-2017 wurden die 38 anwesenden Einwohnerrätinnen und -räte in Pflicht genommen; zwei waren entschuldigt. Vor der anschliessenden Wahl des Ratspräsidenten und des Vizepräsidenten lag es an Gemeindeammann Urs Affolter, die Sitzung zu leiten. Die Gemeinde werde in der kommenden Legislatur einige Herausforderungen packen müssen, sagte er.

Affolter nannte explizit die Zukunft der Schulen, die Positionierung der Gemeinde in der Region Aarau, die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden und den haushälterischen Umgang mit den Finanzen.

«Man kann über alles reden...»

«Man kann über alles reden, nur nicht über fünf Minuten», sagte Urs Zbinden nach seiner Wahl zum Ratspräsidenten. Er zitierte ein Sprichwort, an das er sich ziemlich genau hielt.

In der fünfminütigen Antrittsrede ermunterte er seine Kolleginnen und Kollegen im Einwohnerrat ihre Positionen, Ideen, Visionen, Vorschläge zu vertreten, auch auf das Risiko hin, einmal ins Fettnäpfchen zu treten. «Es ist der Ton, der die Musik macht», sagte Zbinden.

Ob die eigene Botschaft in fehlerfreiem Hochdeutsch oder, wie einem der Schnabel gewachsen ist, vermittelt werde, sei sekundär. «Wichtig ist, dass sie verkündet wird – mit dem nötigen Respekt gegenüber den Menschen mit anderer Meinung.»

SP-Präsident Dimitri Spiess dürfte nach seiner ersten Einwohnerratssitzung seine Zweifel haben, ob der Einwohnerrat diesem Grundsatz auch wirklich nachlebt.