Aarau
Der neue Binzenhof soll nicht mehr als zwei Millionen kosten

Neuer Anlauf für den Gutshof von Aarau: Die Ortsbürger haben den Projektierungskredit von 100000 Franken bewilligt. Man konzentriert sich nun auf einen Um- und Anbau.

Hermann Rauber
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Auf dem ortsbürgerlichen Gutshof sollen weiterhin Milchwirtschaft und Ackerbau betrieben werden.

Auf dem ortsbürgerlichen Gutshof sollen weiterhin Milchwirtschaft und Ackerbau betrieben werden.

Hubert Keller

Das Vorhaben für einen modernen Milchviehstall im Pachtgut Binzenhof ist einen Schritt weiter. Die Aarauer Ortsbürger bewilligten mit grossem Mehr einen Projektierungskredit über 100 00 Franken. In einem Jahr soll dann über den entsprechenden Baukredit befunden werden. Susanna Keller betonte als Sprecherin der Finanzkommission, dass der erste Anlauf nun korrigiert worden sei, man fasse jetzt statt eines Neu- primär einen Um- oder Anbau ins Auge und beschränke sich auf die bisherige Kapazität von 35 Kühen und Jungvieh. So könnten die Kosten bei maximal 2 Millionen Franken im Rahmen gehalten werden.

Als «Hauptbetriebszweige» auf dem ortsbürgerlichen Binzenhof vorgesehen sind unverändert die Milchproduktion und der Ackerbau. Mittelfristig, so Stadtpräsidentin Jolanda Urech, sei es aber das Ziel, den Biolandbau einzuführen. Eine solche Umstellung brauche allerdings Zeit und verursache Folgekosten. Die Pächterfamilie Knörr habe signalisiert, dass sie mit dieser Vorgabe einverstanden sei.

Dem ehemaligen Stadtrat Andres Basler ging diese Formulierung zu wenig weit. Die «Kursänderung» bezeichnete er zwar als «erfreulich», doch die Umstellung müsse «so rasch als möglich» an die Hand genommen werden. Er erachtet einen Zeithorizont von zehn Jahren als «realistisch».

Basler stellte zwei Zusatzanträge, mit denen er erreichen wollte, dass die Gemeindeversammlung bereits im November dieses Jahres verbindlich über das neue Bau- und Betriebskonzept befinden und auch die Rahmenbedingungen für den Biolandbau diskutieren könne.

Eine grosse Mehrheit der 180 anwesenden Ortsbürgerinnen und Ortsbürger zeigte aber wenig Lust auf zusätzliche agrarpolitische Debatten und lehnte die Anträge Baslers mit 39 Ja gegen 111 Nein respektive 26 Ja gegen 122 Nein deutlich ab. Die Stadtpräsidentin versprach aber, laufend über den Stand des Vorhabens zu informieren. Margrit Röthlisberger von der Projektgruppe rechnet damit, dass das definitive Bau- und Betriebskonzept mit Vorprojekt bereits im Oktober vorliegen wird. Den Entscheid über den Baukredit fällen wird die Sommer-Gmeind 2016.

Ohne Wortmeldung und mit Genugtuung segnete die Versammlung die Jahresrechnung 2014 ab, die laut Peter Heuberger, Präsident der ortsbürgerlichen Finanzkommission, mit einem satten Überschuss von 670 000 Franken (budgetiert war ein solcher von lediglich 233 000 Franken) abschloss. Nach getaner Arbeit durften sich die Versammlungsteilnehmer im Roggenhausen das obligate Sandwich und einen Schoppen Ortsbürgerwein genehmigen.