Aarau

Der neue Aarauerhof bekommt ein Rooftop-Restaurant

So sah der neue Aarauerhof im 2019 präsentierten Studienwettbewerb (Beitrag von :mlzd Architekten) aus.

So sah der neue Aarauerhof im 2019 präsentierten Studienwettbewerb (Beitrag von :mlzd Architekten) aus.

Das Neubauprojekt am Aarauer Bahnhof nimmt immer konkretere Formen an. Noch ist der definitive Bauentscheid aber ausstehend.

Im Dezember war es genau 50 Jahre her, seit der alte «Aarauerhof» abgerissen wurde. Zuvor hatte man sich die Frage gestellt, ob das in die Jahre gekommene Hotel Gerber Terminus (Baujahr 1895) nochmals renoviert oder doch neu gebaut werden soll. Man entschied sich für Tabula rasa und einen Neuanfang mit einem Bau von Stararchitekt Justus Dahinden. 1972 wurde er eröffnet.

Und jetzt steht diesem wohl dasselbe Schicksal bevor: Im Frühling 2019 präsentierten die ZFV-Unternehmungen – die Zürcher Gastronomie- und Hotelleriegruppe ist seit einigen Jahren schon Besitzerin des Aarauerhofs – Pläne für einen Neubau. Es handelte sich um einen Studienwettbewerb, aus dem das Projekt «Mula» von «:mlzd Architekten» (Biel) als Sieger hervorging. Der ZFV wollte die Neubaupläne damals als «Absichtserklärung» verstanden haben, beschlossen habe man noch nichts.

Neubau «Aarauerhof» - alle Studienauftrag-Teilnehmer:

Und jetzt, ein Jahr später? Ein Bauentscheid sei noch nicht gefällt, heisst es auf Anfrage der AZ beim ZFV. Aber: «Wir sind zurzeit dabei, das Vorprojekt auszuarbeiten», sagt Andreas Hochstrasser, Leiter Immobilien der ZFV-Unternehmungen. Die Ergebnisse daraus würden im März 2020 erwartet. Dann liege auch eine erste konkrete Baukostenschätzung vor (bei der Präsentation des Studienwettbewerbs war von einer Investitionssumme in der Grössenordnung von 30 Millionen Franken die Rede gewesen). Hochstrasser: «Diese Grundlagen dienen als Basis für eine konkrete Investitionsrechnung. Der Bauentscheid wird im Anschluss, basierend auf diesen Berechnungen, vom Verwaltungsrat der ZFV-Unternehmungen gefällt.»

Nur Retailnutzungen im Erdgeschoss

Falls der neue Aarauerhof definitiv kommt, dann mit Rooftop-Restaurant: Im Wettbewerbsprojekt war vorgeschlagen worden, im obersten Geschoss entweder eine Bar oder Wohnungen einzurichten; das Restaurant im Erdgeschoss. Schon damals waren die Reaktionen in den Leserkommentaren eindeutig: Man wünschte sich dieses für Aarau einzigartige Gastroangebot in 30 Metern Höhe. Nun soll es im obersten Geschoss des neuen Hotels nicht nur eine Bar, sondern ein Restaurant geben: «Wir sind überzeugt, mit dieser Platzierung ein für Aarau neues und einmaliges Angebot zu schaffen», sagt Andreas Hochstrasser. Das ist nicht die einzige Änderung gegenüber dem Studienprojekt: Die Rezeption, ursprünglich auch im Erdgeschoss vorgesehen, soll nun im ersten Obergeschoss eingerichtet werden – «Damit das Erdgeschoss komplett für eine Retailnutzung frei wird», erklärt der Leiter Immobilien.

Kein drittes UG – auch wegen der Meyerschen Stollen

Die Jury des Studienwettbewerbs hatte beim Siegerprojekt bemängelt, die geplanten 30 unterirdischen Parkplätze (erschlossen via Bahnhof-Parking) seien zu wenige und es müsse die Machbarkeit eines dritten Untergeschosses abgeklärt werden. Davon sei man jetzt, nicht zuletzt aus Respekt vor den Meyerschen Stollen, aber abgekommen: «Die Erweiterung der Einstellhalle mit der Konsequenz, ein drittes Untergeschoss bauen zu müssen, wird nicht weiterverfolgt», sagt Andreas Hochstrasser.

Der Neubau sieht also, stand heute, so aus: Zwei Untergeschosse, ein Erdgeschoss mit Retailflächen, etwa 86 Hotelzimmer vom ersten bis ins fünfte Obergeschoss (inkl. Rezeption), Seminarbereich im sechsten Obergeschoss, Restaurant im siebten. Selbst wenn der Verwaltungsrat im Frühling grünes Licht gibt zum Projekt – «Ein Baustart ist frühestens in der ersten Jahreshälfte 2021 realistisch», betont Hochstrasser. Der Terminplan sei abhängig vom Fortschritt und der Bearbeitung des Gestaltungsplans. «Die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Kanton ist sehr gut und zielführend, benötigt allerdings auch ihre Zeit, da verschiedene Planungsprozesse und –schritte einzuhalten sind.»

Dass die ZFV-Unternehmungen einen Neubau planen statt einer Renovation, hat auch damit zu tun, dass die neue Bau- und Nutzungsordnung der Stadt Aarau erlaubt, das Gebäude maximal 33 Meter hoch zu bauen. In der alten BNO waren es nur 23 Meter. Eine Aufstockung des heutigen «Aarauerhof» wäre bautechnisch nicht realisierbar.

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