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Der Maienzug-Vorabend ist zur grossen Party geworden

Zog Leute von nah und fern an: der Maienzug-Vorabend. Annika Bütschi

Zog Leute von nah und fern an: der Maienzug-Vorabend. Annika Bütschi

Der Vorabend des Maienzugs hat sich mittlerweile zum jährlich grössten Aarauer Fest entwickelt. Passt das noch zum traditionellen Maienzug? Die Aargauer Zeitung hat Besucherinnen und Besucher gefragt.

Einst war der Vorabend des Maienzugs bloss als «Zapfenstreich» bekannt. In der Altstadt spielte nur die Kadettenmusik, und die Aarauer gingen früh zu Bett. Mittlerweile hat er sich zum jährlich grössten Aarauer Fest entwickelt. Passt das noch zum traditionellen Maienzug?

Emil Flückiger, 41, Lenzburg sieht das nicht so eng. Für ihn, der zwei Lehren in der Kantonshauptstadt gemacht hat, viele Leute kennt und Bratwürste liebt, ist es vor allem auch ein Abend des Wiedersehens. Und: «Eine gute Vorbereitung auf das Lenzburger Jugendfest.»

«Ja, der Maienzug-Vorabend ist eine Party für alle geworden. Aber das stört mich nicht», sagt Sabine von Känel, 52, Aarau. Für sie gehöre der Anlass nach wie vor einfach dazu.

«Kettenbrücke-Fans würden sich hier kaum lange wohlfühlen. Es ist ein friedliches Fest, ein gemütlicher Abend, den man mit Kollegen in der Stadt verbringt», sagt Adrian Schurter, 18, Erlinsbach.

Sandrina Kellermüller, 24, Zürich,sieht das ebenso: «Für mich als Heimweh-Aarauerin ist das keine wilde Party, sondern eine schöne Tradition. Es ist ein gemütliches Fest, an dem man Leute trifft, die man länger nicht mehr gesehen hat.»

«Ja, der Maienzug-Vorabend hat sich über die Jahre verändert», sagt Markus Aufdenblatten, 52, Mettau. «Aber das Gros benimmt sich anständig, es ist nach wie vor ein gemütliches Fest. Für Heimweh-Aarauer gehört es zum festen Programm.»

Marlies und Hans Frei, 81 und 71, Aarau, bedauern jedoch die Entwicklung des Vorabends. «Wir sind schon auf dem Heimweg», erklären sie um 20 Uhr, «unsere Jahrgänge sind hier nicht mehr gefragt und der Trubel ist uns zu viel.»

Annelis Schmid und Herbie Trost, 56 und 60, Oberrohrdorf, kommen mit den Veränderungen besser klar. «Es ist eine Druckete, aber wir stürzen uns nicht ins Getümmel, sondern verfolgen das Geschehen aus etwas Distanz.»

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